Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Feinstaub Der Kampf gegen den Dreck in der Luft Von Hellmuth Nordwig . Ohne Luft kein Leben. Aber mit ihr atmen wir auch ständig Dreck ein. Zum Beispiel Feinstaub. Vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation gemahnt: Er ist noch gesundheitsschädlicher, als bekannt war, und die Belastung ist vielerorts deutlich zu hoch. Dabei könnten wir selbst gegen sein Entstehen einiges tun: durch emissionsarmes Heizen beim Kaminofen oder eine ausgeglichene Fahrweise, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. Denn vor allem beim starken Bremsen entstehen besonders viele schädliche Teilchen. Dass es sinnvoll wäre, sie gleich an der Quelle abzufangen, hat auch die Industrie erkannt, die schon die nächste Abgasnorm Euro 7 fürchtet. Sie entwickelt zum Beispiel Bremsstaub-Partikelfilter. Was den Feinstaub angeht, sind Züge aber ebenfalls nicht besonders umweltfreundlich. Auch dort gibt es ein erstes Filtersystem. Gerade für U-Bahnen wäre es sinnvoll, denn aus den Tunneln entweicht die Feinstaubwolke nicht. In besonders belasteten Bereichen, etwa an stark befahrenen Kreuzungen, kommt auch das Filtern der Luft in Frage. Redaktion: Simon Sachseder

Dienstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar Marcos reloaded auf den Philippinen Ein Diktatorensohn wird Präsident Von Lena Bodewein Am 30. Juni soll Marcos Jr. als neuer Präsident der Philippinen vereidigt werden. Damit steht die Familie des früheren Diktators Ferdinand Marcos vor einem Comeback. Der Sohn des 1986 aus dem Land vertriebenen Diktatoren-Ehepaars hat die Präsidentschaftswahl im Mai klar gewonnen. Und sich nie von den Verbrechen seines Vaters distanziert. Marcos machte die Philippinen zu einer Diktatur, in der Tausende Regimegegner getötet und gefoltert wurden - und Milliardensummen aus der Staatskasse verschwanden. Beobachter befürchten, dass Marcos Jr. das Land noch autoritärer führen wird als sein Vorgänger Duterte, der wegen seines brutalen Kampfs gegen die Drogenkriminalität international in der Kritik stand und nicht noch einmal antreten durfte.

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Kernkraft als Klimaretter? Warum viele Länder auf Atomstrom setzen Von Martin Reischke Seit der Atomkatastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 sind die Tage der Atomkraft in Deutschland gezählt, bis Ende diesen Jahres sollen die letzten deutschen Reaktoren vom Netz gehen. Doch auch aufgrund der Klimakrise erlebt die Atomkraft in vielen europäischen Staaten eine Renaissance, da sich so große Mengen an CO2 einsparen lassen. Länder wie Finnland, Großbritannien oder Frankreich bauen die Kernkraft weiter aus, Polen will sogar neu einsteigen. Der Krieg in der Ukraine heizt die Debatte weiter an: Denn um unabhängiger zu werden von Gas und Kohle aus Russland, fordern nun sogar hierzulande manche Politiker eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke, die derzeit noch in Betrieb sind. Doch lässt sich so der Klimawandel tatsächlich wirksam bekämpfen?

Dienstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Late Night Concert

Talents! JUGENDJAZZORCHESTER.CH Im JUGENDJAZZORCHESTER.CH begegnen sich talentierte Schweizer Musikerinnen und Musiker im Jugendalter. Sie erarbeiten unter professioneller Leitung und während mehreren Jahren ein eigens für das Ensemble komponiertes Repertoire und einen gemeinsamen Bandsound. - Classical and Jazz Talents!

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Alleestraße Von Roland E. Koch Regie: Fabian von Freier Mit Ulrich Noethen Komposition: Marion Wörle und Maciej Sledziecki Ton und Technik: Ernst Hartmann und Kiwi Hornung Produktion: Deutschlandfunk 2016 Länge: 49"40 Eine Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet der 60er- und 70er-Jahre. Die Enge, die Sprachlosigkeit einer bürgerlichen Kleinfamilie, die Gewalt in der innerlich beschädigten Nachkriegsgesellschaft. Erinnerungen, Beobachtungssplitter, paradoxe Momentaufnahmen. Jemand streckt den rechten Arm nach oben. Nichts ist geordnet, nichts chronologisch, von tief unten kommen immer neue Schrecknisse, neue Einzelheiten. Gibt es einen Ausweg aus dem Raum der Kindheit? Die meisten Aufbrüche führen zurück zur baumlosen "Alleestraße", zum Großvater, der den Faschismus von ganzem Herzen lebte und weitergab, zu den bitteren Schmerzen der ersten Jahre. Roland E. Koch, geboren 1959, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Zahlreiche Kurzgeschichten und Romane. Sein Werk wurde u.a. mit dem Bettina-von-Arnim-Preis ausgezeichnet. Letztes Hörspiel: "Verhinderungspflege" (WDR 2020). Alleestraße Hören 49:47Hören 49:47

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Einatmen und Loslassen Das Lisbeth Quartett Charlotte Greve, Altsaxofon Manuel Schmiedel, Piano Marc Muellbauer, Bass Moritz Baumgärtner, Schlagzeug Aufnahme vom 6.4.2022 aus dem Kölner Loft Am Mikrofon: Thomas Loewner Das Lisbeth Quartett ist seit 2009 eine Konstante der deutschen Jazzszene - obwohl die Bandleaderin, Saxofonistin Charlotte Greve, schon lange in New York lebt. Regelmäßig erarbeitet die Gruppe in Berlin neues Repertoire und geht damit auf Tour. Beim Konzert im Loft stellt sie erstmals das Programm der aktuellen Platte "Release" vor. Die Musik dokumentiert einen Schritt ins Offene: Machte Charlotte Greve als Komponistin ihren Mitspielern anfangs noch Vorgaben, die bis in kleinste Details ausgearbeitet waren, verzichtet sie inzwischen häufig auf fest ausgeschriebene Parts. Das Ergebnis: eine atmosphärische Musik voll weit gespannter Bögen, die von Energie und Loslassen erzählt.

Dienstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Dienstag

Das Buch vom Meer oder wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen. Laut einer vom Statista Research Department veröffentlichten Statistik wurden im Jahr 2021 weltweit insgesamt 73 Haiangriffe auf Menschen registriert. Dabei starben neun Menschen. Die meisten Haiangriffe fanden in den USA und Australien statt. Obwohl Haie keine Menschenfresser sind, versetzen sie seit Herman Melvilles Kampf gegen Moby Dick und Peter Benchleys Roman "Jaws - Der Weiße Hai" Fischer, Badende und Surfer in Panik. Gelten sie doch als erbarmungslose, blutrünstige Killer. In Wirklichkeit steht eine ganz andere Zahl im Vordergrund. Nach einer vom WWF veröffentlichten Schätzung werden 100 Millionen Haie und Rochen jedes Jahr weltweit getötet - von Menschen! Mit ihrem Tod halten die vermeintlichen Mörder ganze Wirtschaftszweige am Leben - auch die Lebensmittelindustrie - vor allem in den asiatischen Ländern, wo verschiedene Organe dieser "Meeresungeheuer" als Kraft-und Potenzmittel hoch im Kurs stehen. Und wie steht es mit den Eishaien? Gibt es sie überhaupt? Für den Maler Hugo von der Lofoten-Insel Skrova und seinen Freund sind diese mythischen Tiere, diese "Urzeitwesen", die am Grund tiefer norwegischer Fjorde bis hinauf zum Nordpol schwimmen, kein Hirngespinst, kein Produkt ihrer Phantasie. Im Gegenteil. In einem kleinen Boot wollen die zwei Freunde ein ganzes Jahr lang aus den Tiefen des Nordatlantiks einen Eishai ziehen, jenes sagenumwobene Meeresmonstrum, das sich selten an der Oberfläche zeigt. Während sie auf den Traumfang ihres Lebens warten, erzählt ihr Schöpfer und unsichtbarer Kapitän Morten A. Strøksnes spannende Geschichten von erfundenen Wesen, von Quallen mit dreihundert Mägen, von Seegurken und Teufelsanglern. Zitiert mutige Polarforscher, unerschrockene Walfänger, schlaue Kartographen. Im (Studio-) Boot sitzen die Schauspieler Shenja Lacher und Stefan Wilkening, deren Interpretation für ein atemberaubendes Hörabenteuer sorgt. Das von den radioTexten am Dienstag produzierte Hörbuch ist im Hörverlag erschienen. Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino Mit freundlicher Genehmigung des DVA Verlags und Der Hörverlag können wir die Sendung bis 28. August 2022 als kostenlosen Podcast anbieten.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Auf Sumpf gebaut Imperiale Träume auf der Berliner Museumsinsel Von Mirjam Brusius und Lorenz Rollhäuser Regie: Lorenz Rollhäuser Mit: Bernhard Schütz, Britta Steffenhagen und Hansa Czypionka Ton: Lorenz Rollhäuser Produktion: Deutschlandfunk Kultur / SWR 2022 (Ursendung) Nofretete, Pergamonaltar und Ishtar Tor: Die Berliner Museumsinsel ist ein Besuchermagnet, der jährlich Millionen Touristen durch seine Museen schleust - und imperiale Welten rekonstruiert, statt sich der heutigen Gesellschaft zu öffnen. Wie das wiederaufgebaute Berliner Stadtschloss soll auch der Rest der Museumsinsel wieder so aussehen wie früher: hübsch und heil wie vor dem zerstörerischen 20. Jahrhundert. Komplettiert durch das Humboldt Forum mit den sogenannten Weltkulturen. Als ob wir uns das imperiale Zeitalter zurückwünschten, dem diese Museen ihre größten Schätze zu verdanken haben: den Pergamon-Altar, die Nofretete, das Ischtar-Tor. Objekte, die vielfach unter fragwürdigen oder ungeklärten Umständen aus dem Osmanischen Reich geholt wurden. Sie sollten dabei helfen, architektonisch und institutionell eine deutungsmächtige Erzählung festzuschreiben, die in Mesopotamien beginnt und im Herzen Europas endet: das Narrativ der Aufwärtsentwicklung der Menschheit, ausgehend von der "Wiege der Zivilisation" über die klassische Antike im Alten Museum, den Übergang zum Christentum im Bode-Museum bis hin zur deutschen Malerei in der Alten Nationalgalerie. Durch die Aufrechterhaltung von Kategorien wie Zivilisation (wir) und Weltkultur (die anderen) wird ein eurozentristisches Weltverständnis fortgeschrieben, das Preußens Wurzeln in einer Weißen Antike feiert. Für den Tourismus mag das erst mal gut sein, für ein zeitgemäßes Verständnis dessen, was ein Museum in einer kulturell diversen Gesellschaft sein kann, ist die Fortschreibung dieses Narratives fatal. Lorenz Rollhäuser, 1953 in Marburg geboren, lebt in Berlin. Er ist seit 1990 Autor und Produzent zahlreicher Features und Hörspiele, darunter "Mutters Schatten" (NDR 2008, Prix Europa) und "Kreuzberg von oben" (DKultur/NDR/WDR 2014, Dokka-Preis). Zuletzt: "Dekolonisiert euch!" (Deutschlandfunk Kultur 2020). Imperiale Träume auf der Berliner Museumsinsel Auf Sumpf gebaut

Dienstag 22:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Horizonte

Sounds of Sister Moon Kosmische Musik und ihr Bezug zur Welt Von Julian Kämper Ein Dialog mit dem Mond - das ermöglicht das partizipative Projekt SISTER MOON der Münchner Klangkünstlerin Martine-Nicole Rojina. Menschen senden ihre Stimmen zum Mond, zurück kommt ein von der Mondoberfläche gezeichnetes Echo. In dieser kosmischen Sphäre, in die viele weitere Komponist*innen mit ihrer Musik und Klangkunst eintauchen, liegen verschiedene Dinge nah beieinander: ein technologisch-wissenschaftliches Interesse und spirituelle, metaphysische Bedeutungsebenen etwa. Ist das Universum als Projektionsfläche künstlerischen Arbeitens ein Gegenentwurf zu einer zeitgenössischen Musik, die sich eher auf die konkrete Alltags- und Medienwelt bezieht? Eine Sendung von 2019 über Mond-Echos, Science Fiction und astrologische Musik

Montag Mittwoch