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Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Wiener Werkstätte und die Frauen Textildesign, Mode und Keramik Gustav Klimt Der Wiener Maler und der Kuss Das Kalenderblatt 28.6.1772 "Antiken-Becker" geboren, Münzfälscher Von Xaber Frühbeis . Die Wiener Werkstätte und die Frauen - Textildesign, Mode und Keramik Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck Die 1903 gegründete "Wiener Werkstätte" ist mit den Namen der beiden Jugendstil-Künstler Joseph Hoffmann und Koloman Moser eng verknüpft. Doch für das außergewöhnliche Unternehmen, das fast 30 Jahre lang kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände und Mode herstellte, arbeiteten auch viele Frauen als Designerinnen. Sie bemalten Ostereier oder fädelten in Heimarbeit Perlenketten auf. Die beiden Chef-Designer zogen schon früh begabte Schülerinnen von der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Wien hinzu, sobald es um "typisch weibliche" Bereiche wie Stoffmuster, Kinderspielzeug oder Mode ging. Mit dem Ersten Weltkrieg begann dann die große Zeit der Frauen. Denn in der 1916 eröffneten Künstlerwerkstätte der WW fehlten die männlichen Entwerfer. Die Dekors wurden nun blumiger, die Farben leuchtender, die Formen beschwingter. Vor allem in der Keramik fanden die Künstlerinnen zu ganz eigenen, freien Ausdrucksformen. Die meisten von ihnen gerieten mit dem Konkurs der Firma 1932 allerdings in Vergessenheit. Vielleicht trug ja der laute, zeitgenössische Spott über das "Wiener Weiberkunstgewerbe" dazu bei. Gustav Klimt - der Wiener Maler und der Kuss Autorin: Katalin Fischer / Regie: Martin Trauner Mit Sechsundzwanzig ist er schon ein Star. Und malt am liebsten Frauen - schöne, verführerische, unschuldige, nackte und verdeckte, aber immer erotisch strahlende Frauen. Auf seinen Bildern umgibt er sie mit Gold und Ornamenten, die sich wie florale Naturmotive und japanische Farbholzschnitte ausnehmen. Und alle reißen sich um ihn! Seine Bilder kosten soviel, wie eine halbe Villa, und Klimt läßt sich oft ein ganzes Jahr Zeit damit. Mit Malerkollegen begründet er die Wiener Secession, bemalt das Kunsthistorische Museum und das Burgtheater in Wien, der Kaiser ehrt ihn dafür persönlich mit einer Medaille. Sein Ruhm wächst auch im Ausland, im Paris erhält er den Grand Prix der Weltausstellung. Und er löst Skandale aus - ob wegen der zahlreichen Geliebten, die sich oft nackt in seinem Atelier tummeln, oder der allzu kritischen Bilder, mit denen er die ehrwürdigen Wände der Universität "verunstalten" will. Gustav Klimt, der widersprüchlichste, animalischste, seltsamste, auf jeden Fall aber größte Maler des Wiener Jugendstils. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Susanne Poelchau

Dienstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Floriade - grüne Ideen für Mega-Cities

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Judy Garland und Shirley Temple Hollywoods Kinderstars Hollywood Die Entstehung eines Imperiums Das Kalenderblatt 28.6.1772 "Antiken-Becker" geboren, Münzfälscher Von Xaver Frühbeis . Judy Garland und Shirley Temple - Hollywoods Kinderstars Autor: Florian Kummert / Regie: Silke Wolfrum Sie zählen zu Hollywoods berühmtesten und erfolgreichsten Kinderstars, die jeweils mit einem Miniatur-Oscar geehrt wurden: Judy Garland und Shirley Temple. Ihren Durchbruch feierten beide in den 1930er Jahren, in der Zeit der Großen Depression waren ihre Filme Kassenschlager. Die kleine, blondgelockte Shirley Temple bot mit ihrem Lachen und ihrem Optimismus ein Gegenprogramm zum tristen Alltag. Sie war von 1935 bis 1938 vier Jahre hintereinander die Nummer Eins an den US-Kinokassen und zählte zu den meistfotografierten Personen der Welt. Als Shirley Temple in die Pubertät kam, ließ ihre Popularität rapide nach. Bereits mit 22 Jahren beendete sie ihre Kinokarriere und ging später in die Politik. Judy Garland sang sich mit ihrer Stimme in die erste Riege Hollywoods und feierte 1939 ihren Durchbruch im "Zauberer von Oz". Doch sie kämpfte aber ihr Leben lang mit den Fallstricken des Ruhms und ihrer Tabletten- und Alkoholsucht, an der sie 1969, mit nur 47 Jahren, verstarb. Hollywood - die Entstehung eines Imperiums Autor: Markus Mähner / Regie: Axel Wostry Um 1900 war die kleine Gemeinde Hollywood lediglich ein unbedeutender Vorort von Los Angeles, der wenige hundert Einwohner hatte. Heute ist Hollywood nicht nur eine glitzernde Stadt mit mehr als 150.000 Einwohnern - sie ist Inbegriff für Reichtum, Sonne, Stars und rote Teppiche. Sie ist das Symbol für Film und Kino schlechthin. Straßennamen wie Hollywood Boulevard, Santa Monica Boulevard oder Sunset Boulevard wecken Sehnsüchte, die die Unterhaltungsindustrie in den letzten hundert Jahren erfolgreich propagiert hat und die sich dadurch heute in ein kollektives Bewusstsein eingeprägt haben. Doch wieso hat sich die amerikanische Filmindustrie ausgerechnet diesen kleinen Vorort ausgesucht um ihr Imperium aufzubauen? Wieso hat es Filmpioniere wie William Fox, die Warner Brothers oder den Exil-Schwaben Carl Laemmle von New York ins sonnige Kalifornien gezogen? War es lediglich das bessere Wetter? Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Sklavenfischer Ausbeutung in Thailands Fischereiwirtschaft Von Alfred Breier Regie: Matthias Kapohl Produktion: Deutschlandfunk/BR/HR/ORF/RB 2022 Auf vielen Booten schuften Arbeitssklaven - wer aufbegehrt, verschwindet auf hoher See. Schon 2015 drohte Thailand ein Exportverbot. Der weltgrößte Hersteller von Thunfischkonserven versprach Reformen. Geändert hat sich seitdem wenig. Alfred Breier recherchiert vor Ort und stößt auf Angst: Nur an geheimen Orten erzählen Fischer von Zwangsarbeit, Lohnknechtschaft, verschwundenen Kollegen. Polizisten, die gegen korrupte Militärs und Politiker ermitteln, werden ermordet oder flüchten ins Ausland. Staatliche Inspekteure klagen dagegen über "vom Westen aufgezwungene Maßnahmen", Kapitäne über teure Überwachungstechnik. Die USA haben Thailand inzwischen auf ihre Beobachtungsliste für Menschenhandel gesetzt. Aber die Europäische Kommission begrüßt die Regierung als "neuen engagierten Partner im Kampf gegen illegale Fischerei". - Essen wir noch immer Fisch, der von Arbeitssklaven gefangen wurde? Sklavenfischer

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Kernkraft als Klimaretter? Warum viele Länder auf Atomstrom setzen Von Martin Reischke Seit der Atomkatastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 sind die Tage der Atomkraft in Deutschland gezählt, bis Ende diesen Jahres sollen die letzten deutschen Reaktoren vom Netz gehen. Doch auch aufgrund der Klimakrise erlebt die Atomkraft in vielen europäischen Staaten eine Renaissance, da sich so große Mengen an CO2 einsparen lassen. Länder wie Finnland, Großbritannien oder Frankreich bauen die Kernkraft weiter aus, Polen will sogar neu einsteigen. Der Krieg in der Ukraine heizt die Debatte weiter an: Denn um unabhängiger zu werden von Gas und Kohle aus Russland, fordern nun sogar hierzulande manche Politiker eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke, die derzeit noch in Betrieb sind. Doch lässt sich so der Klimawandel tatsächlich wirksam bekämpfen?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Tagebücher aus dem All Die Flug- und Weltraumabenteuer von Reinhard Furrer Von Tobias Nagorny Radio Bremen / SR 2022 Er wollte Grenzen ausloten - die eigenen und die unserer Welt. 1981 fliegt Reinhard Furrer allein nach Ecuador. Im Sichtflug geht es über Island und Kanada. Von den Eindrücken überwältigt spricht er seine Erfahrungen in ein Tonbandgerät. Vier Jahre später startet Furrer als Wissenschaftsastronaut mit dem Space-Shuttle Challenger ins All. Auch hier spricht er während des Weltraumflugs in ein kleines Diktiergerät. Neben den Originalaufnahmen kommen seine Wegbegleiter zu Wort, die Astronauten Ernst Messerschmid und Ulf Merbold, sowie seine Schwester Gisela. Reinhard Furrer starb im Jahr 1995 bei einem Flugzeugabsturz. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Auf Sumpf gebaut Imperiale Träume auf der Berliner Museumsinsel Von Mirjam Brusius und Lorenz Rollhäuser Regie: Lorenz Rollhäuser Mit: Bernhard Schütz, Britta Steffenhagen und Hansa Czypionka Ton: Lorenz Rollhäuser Produktion: Deutschlandfunk Kultur / SWR 2022 (Ursendung) Nofretete, Pergamonaltar und Ishtar Tor: Die Berliner Museumsinsel ist ein Besuchermagnet, der jährlich Millionen Touristen durch seine Museen schleust - und imperiale Welten rekonstruiert, statt sich der heutigen Gesellschaft zu öffnen. Wie das wiederaufgebaute Berliner Stadtschloss soll auch der Rest der Museumsinsel wieder so aussehen wie früher: hübsch und heil wie vor dem zerstörerischen 20. Jahrhundert. Komplettiert durch das Humboldt Forum mit den sogenannten Weltkulturen. Als ob wir uns das imperiale Zeitalter zurückwünschten, dem diese Museen ihre größten Schätze zu verdanken haben: den Pergamon-Altar, die Nofretete, das Ischtar-Tor. Objekte, die vielfach unter fragwürdigen oder ungeklärten Umständen aus dem Osmanischen Reich geholt wurden. Sie sollten dabei helfen, architektonisch und institutionell eine deutungsmächtige Erzählung festzuschreiben, die in Mesopotamien beginnt und im Herzen Europas endet: das Narrativ der Aufwärtsentwicklung der Menschheit, ausgehend von der "Wiege der Zivilisation" über die klassische Antike im Alten Museum, den Übergang zum Christentum im Bode-Museum bis hin zur deutschen Malerei in der Alten Nationalgalerie. Durch die Aufrechterhaltung von Kategorien wie Zivilisation (wir) und Weltkultur (die anderen) wird ein eurozentristisches Weltverständnis fortgeschrieben, das Preußens Wurzeln in einer Weißen Antike feiert. Für den Tourismus mag das erst mal gut sein, für ein zeitgemäßes Verständnis dessen, was ein Museum in einer kulturell diversen Gesellschaft sein kann, ist die Fortschreibung dieses Narratives fatal. Lorenz Rollhäuser, 1953 in Marburg geboren, lebt in Berlin. Er ist seit 1990 Autor und Produzent zahlreicher Features und Hörspiele, darunter "Mutters Schatten" (NDR 2008, Prix Europa) und "Kreuzberg von oben" (DKultur/NDR/WDR 2014, Dokka-Preis). Zuletzt: "Dekolonisiert euch!" (Deutschlandfunk Kultur 2020). Imperiale Träume auf der Berliner Museumsinsel Auf Sumpf gebaut

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