Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von der Hölle durch das Purgatorium ins Paradies". Anlässlich des 700. Todestages der italienischen Dichterikone, Gedanken von Jan-Heiner Tück, Professor für Dogmatik an der Universität Wien Dante Alighieris "Divina Commedia" gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Dante betrachtet den Tod nicht als Grenze, sondern als Schwelle, die kühn überschritten wird. An der Seite Vergils dringt er in unbekannte Landschaften vor und erkundet die Topografie des Jenseits. In der Hölle begegnet er verlorenen Seelen, deren Laster durch eine ausgeklügelte Klaviatur von Qualen bestraft werden. Im Purgatorium durchlaufen die Seelen eine Therapie der Läuterung, um Ballast abzuwerfen und den Himmel zu erreichen. Im Paradies schließlich geht es nicht nur um die selige Gottesschau, hier erfüllt sich auch Dantes Sehnsucht, seine früh verstorbene Geliebte, Beatrice, wiederzusehen. Dantes faszinierende Bebilderung des Jenseits hat in der Kunst und Literatur vielfältige Spuren hinterlassen, führt der Theologe Jan-Heiner Tück in seinen "Gedanken für den Tag" zum 700. Todestag der italienischen Dichterikone aus.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Gerhard Krammer. Manchmal hilft hören mehr als sehen Ein "Vasistas" ist ein Begriff aus der italienischen Architektur, der aus einer sprachlichen Missdeutung heraus entstanden ist, und das schon um 1776. Die Verständigungsdefizite zwischen Deutschland und Frankreich haben durchaus auch anderswo ihren Niederschlag gefunden. Und Blumenkohleis ist nicht in allen Fällen bekömmlich. Manchmal ist hören besser als alles andere!

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Willibald Loiskandl ist Obmann der Österreichischen Gesellschaft für Wurzelforschung. Er spricht über das Leben unter der Oberfläche. Teil 2: Wurzelverdickungen als Reservespeicher Gestaltung: Ilse Huber Was sich unter der Bodenoberfläche abspielt, bleibt überwiegend unentdeckt. Wollen sich Menschen ein Bild davon machen, ob und wie das Leben im Dunklen funktioniert, müssen sie tief graben. Ein Weinstock kann bis zu vier Meter tiefe Wurzeln ausbilden. Auch ein klein wachsendes Kraut reicht viel tiefer in den Boden als sein oberirdischer Spross. Boden, Klima und Organismen bilden zusammen ein komplexes unterirdisches System. Die Genetik der Pflanze lässt ihre Wurzeln artspezifisch wachsen - sei es pfahlförmig oder mit vielen Ausläufern. Hinzu kommen die jeweiligen Standortbedingungen, seien es Bodenbeschaffenheit, Klima, Geländeform und Geografie. Mit Wurzel-Verdickungen wie Knollen oder Rüben überdauern Pflanzenwurzeln ungünstige Lebensphasen. Karotten, Gelbe und Rote Rüben sind sogar essbar. Die feinen Wurzelenden erkunden ständig die Umgebung. Sie suchen nach Wasser, Nährstoffen und treffen auf Mikroorganismen. Dabei festigen und durchlüften sie das Erdreich. Praktisch für Gewässer-Ufer und Böschungen, die sonst durch Wind oder Wasser erodieren würden. Dass im unterirdischen Universum weit mehr Biomasse zu finden ist, als es oberirdisch zu vermuten wäre, ist eine Erkenntnis aus der Rhizosphärenforschung. Dabei wird die unmittelbare Umgebung der Wurzeln im Zusammenspiel von belebter und unbelebter Natur untersucht.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Grundeinkommen für alle

Weltfremde Utopie oder sozialpolitische Notwendigkeit? (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Kaum ein Thema polarisiert die öffentliche Debatte schon seit Jahrzehnten so sehr wie die Forderung nach einem "Bedingungslosen Grundeinkommen". Die Idee dahinter: Der Staat zahlt jedem Bürger, jeder Bürgerin allmonatlich einen fixen Betrag, vom Baby bis zur Greisin, und ermöglichst den Menschen damit nicht nur ein Leben in Würde, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, unabhängig davon, ob ein Mensch einen Arbeitsplatz hat oder nicht. Ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" für alle würde natürlich Geld kosten, viel Geld. Die Finanzierung, so meinen Anhänger des Modells, wäre allerdings zum Teil dadurch gewährleistet, dass mit der Einführung eines arbeitslosen Grundeinkommens viele staatliche Transferleistungen überflüssig würden: Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe zum Beispiel. Dazu kämen namhafte Einsparungen im Bereich der Sozialbürokratie, die wiederum zur Finanzierung des Grundeinkommens mit beitragen könnten. Auch in den Sozialwissenschaften werden Chancen, Risken und Probleme eines solchen Modells leidenschaftlich diskutiert. Zählten intellektuelle Kapazitäten wie Erich Fromm und André Gorz schon vor Jahrzehnten zu den Befürwortern eines arbeitsfreien Bürgergelds, so hat es immer auch energische Kritik an der Sinnhaftigkeit eines solchen Modells gegeben. Gegner befürchten, ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" würde Bürger zur Untätigkeit verleiten, weil der materielle Anreiz zur Aufnahme von Lohnarbeit wegfalle. Das Konzept beruhe überdies auf einer naiven Vorstellung vom Staat, in dem "alle auf Kosten aller" leben könnten. Linke Kritiker wiederum wenden ein, ein Grundeinkommen wäre nichts anderes als eine "Stilllegungsprämie", mit der Menschen, die auf dem immer enger werdenden Arbeitsmarkt keinen Platz mehr finden, "abgewrackt" würden. Wie ist der aktuelle Diskussionsstand in Sachen Grundeinkommen? Hat das Modell eines bedingungslosen Bürgergelds für alle reelle Chancen auf Verwirklichung? Und wäre es überhaupt finanzierbar? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wissenschaftler/innen wie Barbara Prainsack, Stephan Schulmeister, Margit Appel, Norbert Bolz und Richard David Precht.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

O wie Olive, P wie Paprika, Q wie Quinoa, R wie Reis (2). Gestaltung: Nikolaus Scholz, Renate Pliem, Ilse Huber, Kim Shirin Cupal *P wie Paprika* Es ist wohl die variantenreichste Gattung der Nachtschattengewäche: Paprika (Capsicum) wurde in vielen Sorten, Formen und Größen gezüchtet. Außerdem kommt noch eine Besonderheit dazu: unterschiedliche Schärfegrade, die von mild (Gemüsepaprika) über pikant (Rosenpaprika) bis zu scharf (Chilis) reichen. Auch Pfefferoni sind eine Paprikasorte, die Farbe kann je nach Reifegrad grün, gelb, orange oder rot sein. Die Gattung Paprika hat eine 9.000 Jahre alte Geschichte. Sie stammt aus Bolivien und dem Mittleren Südamerika, bereits die mittelamerikanischen Hochkulturen verwendeten sie als Würzmittel. Christoph Kolumbus brachte die scharfe Frucht nach Europa. Schon bald breiteten sich die Paprikaarten in allen klimatisch warmen Gegenden der Erde aus. Frisch, getrocknet oder pulverisiert veränderten sie die Koch- und Würzgewohnheiten. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Paprikasorten ohne den brennenden, scharfen Inhaltsstoff Capsaicin gezüchtet, die so genannten "süßen Paprika". Danach stieg der weltweite Anbau stark an. Roter Paprika ist eine "Vitaminbombe" - reich an Vitamin A, B und C, außerdem enthält er Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Zink. Untrennbar mit dem Paprikapulver verbunden ist die ungarische Küche - damit bekommten gulyás, pörkölt oder paprikás den unverwechselbaren Geschmack. Gestaltung: Renate Pliem

09.45 Uhr
Radiokolleg - Klassik so white

Rassismus und fehlende Diversität in der E-Musik (2). Gestaltung: Dalia Ahmed, Helene Breisach "Wir wissen sehr genau, wie Kolonialismus klingt", schreibt der Komponist, Posaunist und Musikwissenschaftler George E. Lewis. "Wir hören ihn bei allzu vielen Festivals für zeitgenössische Musik weltweit, die munter und in Dauerschleife den Stereotyp exklusiven ?weiß'-Seins rund um das Selbstbild der klassischen Musik weiterspielen." Was hat E-Musik mit "Weiß-Sein" zu tun? Einerseits gibt sich die Klassik-Szene weltoffen und international, gleichzeitig inszeniert sie sich als Teil einer Kultur, die von Europa aus in andere Kontinente transferiert worden ist - und das mit Hoheitsanspruch. Auch die Musikgeschichte weist einige eklatante Leerstellen auf: Wer kennt heute den Schwarzen Geiger George Bridgetower, dem Beethoven seine Kreutzer-Sonate zuerst gewidmet hat? Oder Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-Georges, von Haydn gefördert und als Komponist hoch angesehen - heute ist er aus den Geschichtsbüchern verschwunden. Auch in der jüngeren Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele für Schwarze Komponistinnen und Musiker of Color, denen die Anerkennung verwehrt wurde: der afrobritische Komponist Samuel Coleridge-Taylor zum Beispiel, oder der Dirigent Dean Dixon, der in den 1960er-Jahren Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks war. Die klassische europäische Kunstmusik war also nie exklusiv weiß. Das Repertoire erweitern - diese Idee stand auch hinter einer kürzlich in Hamburg von Opernstar Thomas Hampson initiierten Konzertreihe mit dem Titel "Song of America". Das Festival präsentierte Musik Schwarzer Komponistinnen und Komponisten, darunter Werke von Robert Owens, William Grant Still, aber auch zeitgenössischer Musikschaffender wie Damien Sneed oder Valerie Coleman. Die aktuelle Musikviertelstunde nimmt aber auch Produktionsbedingungen im aktuellen (E-)Musikbereich unter die Lupe: Unter den Opernstars schaffen es vereinzelt Schwarze Menschen ganz an die Spitze, von Jessye Norman über Leontyne Price bis zu Pretty Yende. Wie aber sieht das unter Orchestermusikern und -musikerinnen aus? Spiegeln sich die demografischen Verhältnisse in Opernchören und Orchestern wider? Nicht zuletzt geht es in dieser Musikviertelstunde auch um neue Konzepte wie jenes, das hinter der Gründung des String Archestra in Berlin steht: "Ich hatte es satt, immer die Einzige zu sein", sagt deren Gründerin, die Musikerin und Wissenschaftlerin Dr. Dr. Daniele G. Daude. Also rief sie ein Ensemble ins Leben, das "Musik von People of Color und Schwarzen KomponistInnen" spielt, und zwar "von PoC und Schwarzen MusikerInnen". Und auch das Chineke! Orchestra in London wurde von der Kontrabassistin Chi-chi Nwanoku 2015 gegründet, um die Diversität in der Klassikwelt zu steigern. Das Orchester hat ein begeistertes Publikum gefunden - ein Publikum, das die ethnische Vielfalt des Orchesters widerspiegelt.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Christoph Wagner-Trenkwitz Opern basierend auf literarischen Werken von Dante Alighieri - Ausschnitte aus "Francesca da Rimini" von Riccardo Zandonai, "Francesca da Rimini" von Sergej Rachmaninoff, "Gianni Schicchi" von Giacomo Puccini, "Pia de' Tolomei" von Gaetano Donizetti, "Dante" von Benjamin Godard u.a. Die Werke des vor 700 Jahren in Ravenna verstorbenen Dante Alighieri, einem der größten Dichter Italiens, haben unzählige Werke der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik inspiriert - die Oper, ganz im Gegensatz zu William Shakespeare, Friedrich von Schiller oder Victor Hugo, aber nur eher in geringem Ausmaß. Auf Dantes "Göttliche Komödie" gehen über Umwege die Libretti der "Francesca da Rimini"-Opern von Zandonai und Rachmaninoff zurück, aber auch Puccinis Komödie "Gianni Schicchi" und Donizettis Tragedia lirica "Pia de' Tolomei". Dante als romantischen Opernhelden kann man hingegen in der 1890 uraufgeführten Oper "Dante" von Benjamin Godard erleben.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Schlechte Jäger" von Annette Mingels. Es liest Michou Friesz. Cousine und Cousin sollen gemeinsam das Haus des verstorbenen Großvaters ausräumen. Der Cousin gefällt der Cousine nicht, Kulleraugen und etwas zu viel Selbstbewusstsein für ihren Geschmack. Dennoch ist sie enttäuscht, als sein Klopfen an ihrer Zimmertür ausbleibt. Und dann erfährt sie, dass auch er keinen Schlaf fand ... Eine Liebesgeschichte, die sich selbst verhindert - aus dem mehrfach ausgezeichneten Band "Romantiker" der deutschen Schriftstellerin und Kulturjournalistin Annette Mingels. Gestaltung: Roland Knie. Präsentation: Gudrun Hamböck

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Katharina Hirschmann. Thomas Albertus Irnberger (Geige), David Geringas (Cello) und Barbara Moser (Klavier) spielen Klaviertrios von Komponistinnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es ist immer noch eine Rarität, Aufnahmen von Werken ausschließlich weiblicher Komponisten zu finden. Dementsprechend wird dies auch gerne explizit hervorgehoben - im vorliegenden Fall im Titel ("It's a Girl!"). Die Werke der Komponistinnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie etwa Louise Farrenc, Amy Marcy Beach, Mélanie Hélène Bonis oder Julia Frances Smith zeigen die Entwicklung der Kompositionsweise in einem Zeitraum von gut 100 Jahren, vom Stil der frühen Romantik (Louise Farrenc), über Spätromantik in Kombination mit amerikanischer Folklore (Amy Marcy Beach) bis hin zur Verspieltheit des 1966 entstandenen Cornwall-Trios (Julia Frances Smith). Famos interpretiert vom Trio Irnberger-Geringas-Moser.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Carinthischer Sommer 2021

Mozarteumorchester Salzburg, Dirigentin: Mirga Grazinyte-Tyla; Thomas Zehetmair, Violine. Robert Schumann: a) Violinkonzert d-Moll; b) Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 61 (aufgenommen am 29. August im Congress Center in Villach). Präsentation: Daniella Knaller

15.30 Uhr
Moment

Gemeinsam oder doch lieber getrennt. Über Paarschlaf-Enthusiasmus und Schlafscheidungen Das Bett gilt als Barometer einer Beziehung. Während ein gemeinsames Bett Sicherheit, Romantik und ein aktives Sexleben verspricht, werden getrennte Betten oft als Zeichen einer eingeschlafenen Partnerschaft abgestempelt. Obwohl der Paarschlaf geschichtlich betrachtet ein noch relativ junges Phänomen ist, gilt er hierzulande als das populärste Schlafarrangement. Ein Paar, ein Bett - so die Konvention. Doch nicht immer sind geteilte Betten die beste Lösung für die Schlaf- und Beziehungsqualität eines Paares. Schnarchkonzerte, Deckenkriege, unterschiedliche Tagesrhythmen und selbst der Körpergeruch des Partners oder der Partnerin können die eigene Nachtruhe stören und bieten Konfliktpotential. Nach der Sendung freuen wir uns über Ihre Meinung zum Thema. Schlafen Sie und Ihr/e Partner/in gemeinsam oder doch lieber getrennt? Wird der Paarschlaf in Ihrer Beziehung manchmal zum Streitthema? Aus welchen Gründen sind Sie aus dem gemeinsamen Bett geflüchtet? Hat Ihr/e Partner/in Verständnis für diese Entscheidung? Rufen Sie uns an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie uns an moment@orf.at. Gestaltung: Alexandra Reichinger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Rudi und das Tier mit dem goldgelben Fell "Ahhooo, Auhuuu!" so ähnlich schallt es durch den Steppentierpark Pamhagen im Burgenland. Rudi spitzt die Ohren. Solche seltsamen Laute hat er noch nie gehört. Neugierig folgt er den schrägen Tönen und versucht es bei den Pfauen, aber die sitzen nur still am Baum und rühren sich nicht. Er wobbelt weiter und trifft den Besitzer des Tierparks Hans Acs. Gemeinsam schlagen sie sich durch das Dickicht des Parks und kommen dem Gebell immer näher... Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

"Ich mache das zu meinem Vergnügen" Der Autor, Blauhelm-Soldat und Containerschiff-Passagier Franz Hammerbacher Feature von Matthias Haydn Wenn Franz Hammerbacher in seinem Leben Fuß zu fassen scheint, wenn alles in geordneten Bahnen zu verlaufen beginnt, dann ändert er alles und macht etwas völlig anderes. Das könnte so etwas wie die Konstante in seinem Leben sein, das er selbst als "offenkundig karrierefrei geführt" bezeichnet. Schon als Kind hat er den Wunsch einmal einen Verlag zu führen. Mit 33 setzt er diesen Traum in die Tat um und gründet die "Edition Korrespondenzen". Sechs Jahre lang verlegt und lektoriert er form- und sprachästhetische Literatur von Ilse Aichinger bis Franz Weinzettl. Nach sechs Jahren hat er - vorläufig - genug von der Verlagswelt und beschließt sich als Soldat in friedenserhaltenen Missionen zu bewerben. Im Zuge seiner Einsätze 2007 im Kosovo und 2008 auf dem Golan schreibt er sein erstes Buch "Bravo Hotel". In seinem Journal zerlegt er mit Witz und scharfer Beobachtungsgabe den militärischen Friedensdienst in seine alltäglichen Einzelheiten. Weitere Missionen führen ihn später in den Libanon und nach Bosnien. Dazwischen reist er als Passagier auf Containerschiffen in 80 Tagen um die Welt. Sein Logbuch "Passagen", das er an Bord führt, ist eine beeindruckende Dokumentation einer Expedition in die Welt des globalisierten Frachtverkehrs.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs. 25 Jahre Fanfare Ciocarlia Die schier endlose - und unendlich holprige - Straße verläuft zwischen den Hügeln im Nordosten Rumäniens, nahe der Grenze zu Moldawien. Dort, wo die Straße zu Ende ist, liegt das Dorf Zece Prajini. Diesen Weg fuhr vor 25 Jahren der Tontechniker und Musikliebhaber Henry Ernst. Mit Blasmusik verband er nicht viel: trostlose Sonntage in der DDR-Kleinstadt, in der er aufgewachsen war. Doch dort, im hintersten Winkel, so hatte man ihm auf einer seiner Reisen nach Rumänien erzählt, dort gebe es eine ganz besondere Kapelle. Aus der Stunde, die der Besucher in dem 400-Seelen-Dorf verbringen wollte, wurden drei Monate. Und aus den Nebenerwerbsmusikern, die sich das kärgliche Einkommen aus der Feldarbeit durch Engagements bei Hochzeiten aufbesserten, wurde eine der berühmtesten und besten Balkan-Brass-Bands: vielleicht die witzigste, vielleicht die mit der besten Stimmung bei ihren Konzerten - und höchstwahrscheinlich die schnellste. 25 Jahre, ungezählte Auftritte, einen Dokumentarfilm, tausende Straßenkilometer und Flugmeilen sowie zehn Alben später nimmt die Fanfare Ciocarlia - als Tourneen umständehalber nicht möglich sind - eine CD mit programmatischem Titel auf. "It Wasn't Hard To Love You" ist eine Hommage ans Publikum, eine Danksagung an die gemeinsam verbrachten Stunden zwischen Innsbruck und Tokio, Berlin und Zece Prajini.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Der Weg der Habsburger in die Moderne mit: Franz L. Fillafer, Historiker am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Gestaltung: Hanna Ronzheimer Landläufigen Vorstellungen zufolge war die Aufklärung eine rein westeuropäische Idee, die in der französischen Revolution gipfelte und in weiterer Folge zu einem säkularen, demokratischen Staat führte. Als Kontrast dazu werden die obrigkeitshörigen Fürstenberater und Bürokraten aus Ost- und Mitteleuropa angeführt. Neuere Forschungen zeigen allerdings ein anderes Bild. In den konservativ- reaktionär geprägten Regionen Europas gab es vielmehr eigenständige Wege in die Moderne. Ein Beispiel dafür ist die Verquickung von spätbarocker Gelehrsamkeit, von Aufklärungserbe und gesellschaftspolitischem Konservativismus in der Habsburgermonarchie. An den Universitäten trug man hier das Erbe des an der Aufklärung orientierten Kaisers Joseph II. (1765-1790) weiter. Man rezipierte Isaac Newton, Immanuel Kant sowie Adam Smith und grenzte sich mit Natur- und Rechtswissenschaften von spekulativer Romantik ab. Mit dem "Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch" von 1811 trieben die Reformer die - schon unter Maria Theresia und Joseph II. forcierte - Vereinheitlichung der Verwaltung in den verschiedenen Ländern der Monarchie weiter. Sowohl Merkantilisten als auch Liberale in den höheren Verwaltungsebenen setzten auf den freien Verkehr von Waren und Arbeitskräften, wenn auch unter Missachtung der damit verbundenen sozialen Probleme: der Entstehung eines Manufakturproletariats.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Baustelle Maßnahmenvollzug. Gestaltung: Daphne Hruby Circa 1.300 sogenannte "geistig abnorme Rechtsbrecher" befinden sich derzeit in Österreich im "Maßnahmenvollzug". Gemeint sind Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer intellektuellen Beeinträchtigung, die ein Delikt begangen haben, welches mit einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr geahndet wird. Die Verurteilung bedeutet in dem Fall theoretisch lebenslänglich, denn der Maßnahmenvollzug kennt keine zeitliche Begrenzung - auch nicht bei minderschweren Vergehen wie gefährliche Drohung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt. Der Gefährlichkeitsgrad der Betroffenen wird einmal jährlich überprüft. Im Maßnahmenvollzug finden sich auch immer öfter Menschen mit Demenz oder einer geistigen Behinderung, die zum Teil den Grund für ihr Eingesperrt-Sein gar nicht verstehen. Vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde der österreichische Maßnahmenvollzug mehrmals beanstandet. Derzeit wird ein neuer Anlauf unternommen, ihn zu reformieren.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Labormäuse der Linguistik Das Universum der Plansprachen Von Sabrina Adlbrecht Wie schön wäre es, wenn es eine einzige Sprache gäbe, die alle sprechen könnten - zur Erleichterung der internationalen Verständigung und Förderung eines friedlichen Miteinanders. Solche Träume und Utopien von einer Welt ohne Übersetzung hat es immer wieder gegeben. Schon im 17. Jahrhundert hatte der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz die Idee einer universalen Zeichensprache des Denkens, die es ermöglichen sollte, alle Objekte und ihre Beziehungen, Gesetze usw. abzubilden. Seither wurden immer wieder Konzepte für die Entwicklung einer leicht erlernbaren Universal- oder Einheitssprache vorgeschlagen und umgesetzt - von Volapük über Esperanto bis hin zu Toki Pona oder Láadan. Aus literarischer Perspektive hat sich damit der österreichische Schriftsteller und aktuelle Büchner-Preisträger Clemens J. Setz beschäftigt, in seinem Buch "Die Bienen und das Unsichtbare".

19.30 Uhr
Schubertiade Schwarzenberg 2021

(David Fray, Klavier. Franz Schubert: a) Vier Impromptus D 899; b) Allegretto c-Moll D 915; c) Sonate B-Dur D 960 (aufgenommen am 24. August im Angelika-Kauffmann-Saal, Schwarzenberg). Präsentation: Stefan Höfel

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Grundeinkommen für alle. Weltfremde Utopie oder sozialpolitische Notwendigkeit? (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Das ABC der Speisepflanzen. O wie Olive, P wie Paprika, Q wie Quinoa, R wie Reis (2). Gestaltung: Nikolaus Scholz, Renate Pliem, Ilse Huber, Kim Shirin Cupal Klassik so white. Rassismus und fehlende Diversität in der E-Musik (2). Gestaltung: Dalia Ahmed, Helene Breisach

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

"Zeit-Ton"-Porträt: Die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis Aufgewachsen in Manila, hat Feliz Anne Reyes Macahis Komposition im US-amerikanischen Memphis, in Kanada und Hannover studiert. Nun lebt sie bereits das dritte Jahr in Graz. Dort hat sie Unterricht bei Beat Furrer genommen und arbeitet an ihrem Doktoratsstudium an der Kunstuniversität. Zudem hatte sie die Möglichkeit, im Frühsommer dieses Jahres ein Werk am Pariser IRCAM umzusetzen. Für ihre künstlerische Forschungsarbeit hat Feliz Anne Reyes Macahis aus der Vielzahl der stilistisch ganz unterschiedlichen Liedtraditionen der Philippinen zwei ausgewählt. Diese epischen Lieder werden in hunderten Sprachen, die in der Bevölkerung verbreitet sind, gesungen und nur mündlich weitergegeben. Heute droht diese Tradition des Story Tellings verloren zu gehen. Ausgangsmaterial, auch für ihre Kompositionen, sind immer die Aufnahmen der Lieder, von denen es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Diese sind in den 1990er und 2000er Jahren gemacht worden, um die Musik der ethnomusikologischen Forschung und anderen Interessierten zugänglich zu machen. Mit ihrer aktuellen Arbeit möchte Feliz Anne Reyes Macahis die nachfolgenden Wissenschafter und Wissenschafterinnen unterstützen und der philippinischen Musikkultur etwas zurückgeben. Für ihre Kompositionen hat sich Feliz Anne Reyes Macahis intensiv mit dem Sprachklang auseinandergesetzt, intensiv gehört, transkribiert und in neugeschaffene Musik transferiert. Sie ist überzeugt, dass ihr kompositorischer Stil davon stark beeinflusst ist. Im "Zeit-Ton"-Porträt erzählt sie von ihrer Arbeitsweise, die sehr viel Zeit und Konzentration in Anspruch nimmt, ihrem Einsatz für das Musikleben auf den Philippinen und ihren Plänen für die kommenden Jahre. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten