Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Das Ö1 Konzert

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von der Hölle durch das Purgatorium ins Paradies". Anlässlich des 700. Todestages der italienischen Dichterikone, Gedanken von Jan-Heiner Tück, Professor für Dogmatik an der Universität Wien Dante Alighieris "Divina Commedia" gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Dante betrachtet den Tod nicht als Grenze, sondern als Schwelle, die kühn überschritten wird. An der Seite Vergils dringt er in unbekannte Landschaften vor und erkundet die Topografie des Jenseits. In der Hölle begegnet er verlorenen Seelen, deren Laster durch eine ausgeklügelte Klaviatur von Qualen bestraft werden. Im Purgatorium durchlaufen die Seelen eine Therapie der Läuterung, um Ballast abzuwerfen und den Himmel zu erreichen. Im Paradies schließlich geht es nicht nur um die selige Gottesschau, hier erfüllt sich auch Dantes Sehnsucht, seine früh verstorbene Geliebte, Beatrice, wiederzusehen. Dantes faszinierende Bebilderung des Jenseits hat in der Kunst und Literatur vielfältige Spuren hinterlassen, führt der Theologe Jan-Heiner Tück in seinen "Gedanken für den Tag" zum 700. Todestag der italienischen Dichterikone aus.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Christoph Wagner-Trenkwitz. Wissen wir immer, was mit einer Abkürzung gemeint ist? "KV" ist noch leicht; hinter "FroSch" verbirgt sich eine ausufernde Oper; aber "007"? Und woher kommt überhaupt der Begriff "Schleichweg"? Antworten und Musik aus fünf Jahrhunderten gibt es hier.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Willibald Loiskandl ist Obmann der Österreichischen Gesellschaft für Wurzelforschung. Er spricht über das Leben unter der Oberfläche. Teil 3: Die Rhizosphäre Gestaltung: Ilse Huber Was sich unter der Bodenoberfläche abspielt, bleibt überwiegend unentdeckt. Wollen sich Menschen ein Bild davon machen, ob und wie das Leben im Dunklen funktioniert, müssen sie tief graben. Ein Weinstock kann bis zu vier Meter tiefe Wurzeln ausbilden. Auch ein klein wachsendes Kraut reicht viel tiefer in den Boden als sein oberirdischer Spross. Boden, Klima und Organismen bilden zusammen ein komplexes unterirdisches System. Die Genetik der Pflanze lässt ihre Wurzeln artspezifisch wachsen - sei es pfahlförmig oder mit vielen Ausläufern. Hinzu kommen die jeweiligen Standortbedingungen, seien es Bodenbeschaffenheit, Klima, Geländeform und Geografie. Mit Wurzel-Verdickungen wie Knollen oder Rüben überdauern Pflanzenwurzeln ungünstige Lebensphasen. Karotten, Gelbe und Rote Rüben sind sogar essbar. Die feinen Wurzelenden erkunden ständig die Umgebung. Sie suchen nach Wasser, Nährstoffen und treffen auf Mikroorganismen. Dabei festigen und durchlüften sie das Erdreich. Praktisch für Gewässer-Ufer und Böschungen, die sonst durch Wind oder Wasser erodieren würden. Dass im unterirdischen Universum weit mehr Biomasse zu finden ist, als es oberirdisch zu vermuten wäre, ist eine Erkenntnis aus der Rhizosphärenforschung. Dabei wird die unmittelbare Umgebung der Wurzeln im Zusammenspiel von belebter und unbelebter Natur untersucht.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Grundeinkommen für alle

Weltfremde Utopie oder sozialpolitische Notwendigkeit? (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Kaum ein Thema polarisiert die öffentliche Debatte schon seit Jahrzehnten so sehr wie die Forderung nach einem "Bedingungslosen Grundeinkommen". Die Idee dahinter: Der Staat zahlt jedem Bürger, jeder Bürgerin allmonatlich einen fixen Betrag, vom Baby bis zur Greisin, und ermöglichst den Menschen damit nicht nur ein Leben in Würde, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, unabhängig davon, ob ein Mensch einen Arbeitsplatz hat oder nicht. Ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" für alle würde natürlich Geld kosten, viel Geld. Die Finanzierung, so meinen Anhänger des Modells, wäre allerdings zum Teil dadurch gewährleistet, dass mit der Einführung eines arbeitslosen Grundeinkommens viele staatliche Transferleistungen überflüssig würden: Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe zum Beispiel. Dazu kämen namhafte Einsparungen im Bereich der Sozialbürokratie, die wiederum zur Finanzierung des Grundeinkommens mit beitragen könnten. Auch in den Sozialwissenschaften werden Chancen, Risken und Probleme eines solchen Modells leidenschaftlich diskutiert. Zählten intellektuelle Kapazitäten wie Erich Fromm und André Gorz schon vor Jahrzehnten zu den Befürwortern eines arbeitsfreien Bürgergelds, so hat es immer auch energische Kritik an der Sinnhaftigkeit eines solchen Modells gegeben. Gegner befürchten, ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" würde Bürger zur Untätigkeit verleiten, weil der materielle Anreiz zur Aufnahme von Lohnarbeit wegfalle. Das Konzept beruhe überdies auf einer naiven Vorstellung vom Staat, in dem "alle auf Kosten aller" leben könnten. Linke Kritiker wiederum wenden ein, ein Grundeinkommen wäre nichts anderes als eine "Stilllegungsprämie", mit der Menschen, die auf dem immer enger werdenden Arbeitsmarkt keinen Platz mehr finden, "abgewrackt" würden. Wie ist der aktuelle Diskussionsstand in Sachen Grundeinkommen? Hat das Modell eines bedingungslosen Bürgergelds für alle reelle Chancen auf Verwirklichung? Und wäre es überhaupt finanzierbar? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wissenschaftler/innen wie Barbara Prainsack, Stephan Schulmeister, Margit Appel, Norbert Bolz und Richard David Precht.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

O wie Olive, P wie Paprika, Q wie Quinoa, R wie Reis (3). Gestaltung: Nikolaus Scholz, Renate Pliem, Ilse Huber, Kim Shirin Cupal *Q wie Quinoa* Die spanischen Eroberer brachten die 5.000 Jahre alte Kulturpflanze als "Inkaweizen" nach Europa. Das Fuchsschwanzgewächs überquerte in ihren Schiffen den Stillen Ozean, nachdem sie in den hohen Anden geerntet worden waren. Trotzdem fristete das Pseudogetreide bis in die 1990er Jahre in Europa ein Schattendasein. Und heute wächst es auch in Österreich. Die kleinen kugeligen Körner haben es in sich: vor ein paar Jahren wurde Quinoa zur Pflanze des Jahres gekürt, sind ihre gemahlenen Samen eine Alternative zu glutenhaltigem Mehl. Anders als echtes Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste gehört Quinoa nicht zu den Süßgräsern, sondern zu den Amaranthgewächsen, ist glutenfrei und wird deswegen auch Pseudogetreide genannt. Die Quinoa-Samen können poppen wie das Maiskorn, wenn auch nicht so üppig, und wie Reis gekocht werden. Warum erst jetzt Quinoa auf dem Teller landet? Der Vegan-Trend ist dafür verantwortlich: das tierische Eiweiß wird durch pflanzliches ersetzt und die Energie stammt nicht aus Fett, sondern aus Kohlehydraten. Also ein attraktives Nahrungsmittel, wären da nicht die bitteren Saponine in der Schale. Sie schützen die Pflanze vor Fraß und müssen vor dem menschlichen Verzehr entfernt werden. Gestaltung: Ilse Huber

09.45 Uhr
Radiokolleg - Klassik so white

Rassismus und fehlende Diversität in der E-Musik (3). Gestaltung: Dalia Ahmed, Helene Breisach "Wir wissen sehr genau, wie Kolonialismus klingt", schreibt der Komponist, Posaunist und Musikwissenschaftler George E. Lewis. "Wir hören ihn bei allzu vielen Festivals für zeitgenössische Musik weltweit, die munter und in Dauerschleife den Stereotyp exklusiven ?weiß'-Seins rund um das Selbstbild der klassischen Musik weiterspielen." Was hat E-Musik mit "Weiß-Sein" zu tun? Einerseits gibt sich die Klassik-Szene weltoffen und international, gleichzeitig inszeniert sie sich als Teil einer Kultur, die von Europa aus in andere Kontinente transferiert worden ist - und das mit Hoheitsanspruch. Auch die Musikgeschichte weist einige eklatante Leerstellen auf: Wer kennt heute den Schwarzen Geiger George Bridgetower, dem Beethoven seine Kreutzer-Sonate zuerst gewidmet hat? Oder Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-Georges, von Haydn gefördert und als Komponist hoch angesehen - heute ist er aus den Geschichtsbüchern verschwunden. Auch in der jüngeren Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele für Schwarze Komponistinnen und Musiker of Color, denen die Anerkennung verwehrt wurde: der afrobritische Komponist Samuel Coleridge-Taylor zum Beispiel, oder der Dirigent Dean Dixon, der in den 1960er-Jahren Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks war. Die klassische europäische Kunstmusik war also nie exklusiv weiß. Das Repertoire erweitern - diese Idee stand auch hinter einer kürzlich in Hamburg von Opernstar Thomas Hampson initiierten Konzertreihe mit dem Titel "Song of America". Das Festival präsentierte Musik Schwarzer Komponistinnen und Komponisten, darunter Werke von Robert Owens, William Grant Still, aber auch zeitgenössischer Musikschaffender wie Damien Sneed oder Valerie Coleman. Die aktuelle Musikviertelstunde nimmt aber auch Produktionsbedingungen im aktuellen (E-)Musikbereich unter die Lupe: Unter den Opernstars schaffen es vereinzelt Schwarze Menschen ganz an die Spitze, von Jessye Norman über Leontyne Price bis zu Pretty Yende. Wie aber sieht das unter Orchestermusikern und -musikerinnen aus? Spiegeln sich die demografischen Verhältnisse in Opernchören und Orchestern wider? Nicht zuletzt geht es in dieser Musikviertelstunde auch um neue Konzepte wie jenes, das hinter der Gründung des String Archestra in Berlin steht: "Ich hatte es satt, immer die Einzige zu sein", sagt deren Gründerin, die Musikerin und Wissenschaftlerin Dr. Dr. Daniele G. Daude. Also rief sie ein Ensemble ins Leben, das "Musik von People of Color und Schwarzen KomponistInnen" spielt, und zwar "von PoC und Schwarzen MusikerInnen". Und auch das Chineke! Orchestra in London wurde von der Kontrabassistin Chi-chi Nwanoku 2015 gegründet, um die Diversität in der Klassikwelt zu steigern. Das Orchester hat ein begeistertes Publikum gefunden - ein Publikum, das die ethnische Vielfalt des Orchesters widerspiegelt.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Nadja Kayali Hans Kößler: Quintett für Streicher in d-Moll Hans Kößler war ein wichtiger Lehrer, zu seinen Schülern zählen unter anderem Zoltan Kodály, Ernst von Dohnány, Emmerich Kálmán und Bela Bartók. Als Komponist zählt er zur Spätromantik und liebte es, seine Werke mit originellen Spielanweisungen zu überschreiben. Seinen Lebensabend verbrachte der unstete Kößler auf Wanderschaft, weshalb sein kompositorisches Schaffen schwierig zu erforschen ist.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Das Salzfass" von Simon Sailer. Es liest Sona MacDonald. Um Gegenstände aus der Vergangenheit, von denen eine zumeist unheilvolle Wirkung auf die Gegenwart ausgeht, spinnt Simon Sailer seine fantastischen Erzählungen. Für sein im vergangenen Jahr in der Edition Atelier erschienenes Buch "Die Schrift" erhielt der Wiener Autor den Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg. Heuer veröffentlichte Sailer im gleichen Verlag "Das Salzfass". Darin wird dem Wiener Antiquitätenhändler Maurice von einem Kunden ein englisches Salzfass aus dem Jahr 1916 aufgedrängt. Er stellt das kleine Ding aus Sterlingsilber in ein Regal und vergisst es, bis ihn eines frühen Morgens ein hypnotisches Brummen weckt ... Gestaltung: Gudrun Hamböck

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Daniela Knaller. Debüt-Konzert-CD der Geigerin Sarah Christian Seit sieben Jahren ist die 30-jährige Geigerin Sarah Christian Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im Corona-Jahr 2020 hat sie mit ihrem Orchester, das sie warmherzig "ihre musikalische Familie" nennt, Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur eingespielt und damit ihre Debüt-Konzert-CD heraus gebracht. Für die Aufnahme ist die Geigerin tief in die originale Partitur des Komponisten eingetaucht. Seinem kammermusikalischen Violinkonzert stellte Sarah Christian Tschaikowskys Streichsextett "Souvenir de Florence" zur Seite. Die Solistin spielt nahezu ununterbrochen - und so musste die Geigerin für die Aufnahme trainieren wie für einen Halbmarathon. Klangsprühende orchestrale Kammermusik voller Energie, aber auch Feinsinnigkeit erwarten die Zuhörer/innen. Warum Klassik - Folge 2: "Tempo! Tempo!" Geht das auch ein bisschen schneller? Oder doch lieber etwas langsamer? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Tempo und Rhythmus, und wie schreibt man das zweite Wort jetzt tatsächlich korrekt? In der zweiten Folge unserer Reihe "Warum Klassik"? erfahren Sie, warum uns manche Musik direkt in die Beine fährt, wieso man schnelle Stücke langsam üben muss und wie man es schafft, dass ein ganzes Orchester gleichzeitig und sogar gemeinsam spielt. Gestaltung: Leonard Eröd

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Daniel Harding; Igor Levit, Klavier. Giuseppe Verdi: Vorspiel zu "I Vespri Siciliani" * Sergej Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43 * Leonard Bernstein: Symphonic Dances aus "West Side Story" * Edward Elgar: Salut d'amour op. 12 * Jean Sibelius: Intermezzo, Nr. 1 aus der "Karelia-Suite" op. 11 * Claude Debussy: Prélude à l'après-midi d'un faune * Gustav Holst: Jupiter aus "Die Planeten", Symphonische Suite op. 32 (aufgenommen am 18. Juni im Schlosspark Schönbrunn). Präsentation: Andreas Maurer

15.30 Uhr
Moment

"G7", "virtuell", "Wechselkurs" - wie einfach ist die Einfache Sprache? Seit Ende 2019 bietet der ORF auch im Internet, auf "ORF.at", Nachrichten in sogenannter Einfacher Sprache an - als Service für hierzulande rund eine Million Menschen mit Lese- und Schreibschwäche und vielen anderen, die gerade erst Deutsch lernen. Zuständig für die leicht verständlichen Texte ist ein sechsköpfiges Team, das es aufgrund von Behinderungen und Erkrankungen selbst nicht leicht hat und von "Jugend am Werk" betreut wird. Besuch in der "Inklusiven Lehrredaktion" des ORF, die sich täglich hochkomplizierte Themen vornimmt. Gestaltung: Andrea Hauer Moment-Echo: Marie-Claire Messinger Wort der Woche: Bea Sommersguter

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Ella, Leander und Rafi erklären ihre Traumberufe Rudi runzelt die Stirn. Was soll er einmal werden? Spürhund wäre vielleicht interessant... Er fragt Ella (10), Rafi (11) und Leander (11), was sie einmal machen möchten. Anders als er wissen sie es schon ganz genau. Ella möchte Chirurgin werden, Rafi Autodesigner und Leander Computer-Programmierer. Und sie haben sich viel dazu überlegt. Ella: "Weil mich der menschliche Körper immer schon beschäftigt hat und ich Menschen helfen will." Leander: "Weil mich die virtuelle Welt sehr beschäftigt und es sehr knifflig ist, etwas zu programmieren, und das mag ich." Rafi: "Weil mich Autos schon immer interessiert haben und ich finde, dass Toyota einen neuen Autodesigner braucht." Gestaltung: Rosali Michalka

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Der Weg der Habsburger in die Moderne mit: Franz L. Fillafer, Historiker am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Gestaltung: Hanna Ronzheimer Landläufigen Vorstellungen zufolge war die Aufklärung eine rein westeuropäische Idee, die in der französischen Revolution gipfelte und in weiterer Folge zu einem säkularen, demokratischen Staat führte. Als Kontrast dazu werden die obrigkeitshörigen Fürstenberater und Bürokraten aus Ost- und Mitteleuropa angeführt. Neuere Forschungen zeigen allerdings ein anderes Bild. In den konservativ- reaktionär geprägten Regionen Europas gab es vielmehr eigenständige Wege in die Moderne. Ein Beispiel dafür ist die Verquickung von spätbarocker Gelehrsamkeit, von Aufklärungserbe und gesellschaftspolitischem Konservativismus in der Habsburgermonarchie. An den Universitäten trug man hier das Erbe des an der Aufklärung orientierten Kaisers Joseph II. (1765-1790) weiter. Man rezipierte Isaac Newton, Immanuel Kant sowie Adam Smith und grenzte sich mit Natur- und Rechtswissenschaften von spekulativer Romantik ab. Mit dem "Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch" von 1811 trieben die Reformer die - schon unter Maria Theresia und Joseph II. forcierte - Vereinheitlichung der Verwaltung in den verschiedenen Ländern der Monarchie weiter. Sowohl Merkantilisten als auch Liberale in den höheren Verwaltungsebenen setzten auf den freien Verkehr von Waren und Arbeitskräften, wenn auch unter Missachtung der damit verbundenen sozialen Probleme: der Entstehung eines Manufakturproletariats.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama Mittwochsrunde

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die Eismumie aus der Steinzeit 30 Jahre Ötzi Von Birgit Dalheimer Am 19. September 1991 entdeckten Wanderer die wahrscheinlich berühmteste Mumie Europas. In den Ötztaler Alpen stießen sie auf die Überreste eines Mannes aus der späten Jungsteinzeit, die im Gletschereis mumifiziert die Jahrtausende überdauerten. Fast wäre die Leiche begraben worden, gerade noch rechtzeitig wurde erkannt, um welchen archäologischen Schatz es sich handelte. Es begann eine jahrzehntelange akribische Untersuchung des Mannes aus dem Eis. Wie wurde die Mumie erforscht? Wie haben sich die Untersuchungstechniken in den 30 Jahren verändert? Was weiß man heute über Ötzi? Welche Rückschlüsse über das damalige Leben kann man ziehen? Und welche Fragen sind noch offen?

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Colin Mason. Werke von u.a. Albin Paulus, Nikolaus Fliri, Alessandro Scarlatti, Domenico Sarri und Leonardo Leo * I. Ensemble Cantlon, Leitung: Albin Paulus * II. Ensemble Unicorn, Leitung: Michael Posch * III. Nihan Devecioglu, Gesang, Xavier Diaz-Latorre, Theorbe, Friederike Heumann, Viola da gamba * IV. Ensemble 1700, Leitung: Dorothee Oberlinger. (Aufgenommen am 4. Juli 2021 im Großen Saal des Wiener Konzerthaus). Im Jänner dieses Jahres hätten im Wiener Konzerthaus die 29. "Resonanzen" über die Bühnen gehen sollen um unter dem Motto "Frutti di mare", der aus Meeresschaum geborenen Göttin Venus musikalisch Tribut zollend. Die Corona-Pandemie ließ das Festival der Alten Musik im Wiener Konzerthaus sprichwörtlich ins Wasser fallen. Als kleine Entschädigung für Freundinnen und Freunde der historisch informierten Aufführungspraxis veranstaltete das Wiener Konzerthaus am 4. Juli 2021 ein kleines, aber feines "Resonanzen-Fest(ival)". Vier Ensembles tauchten ein, in den klingenden Ozean und bargen Perlen der Alten Musik. Auf Tiefseegang begaben sich die Musiker von Albin Paulus' Eisenzeit-Ensemble Cantlon, Michael Poschs Unicorn-Ensemble, die türkische Bardin Nihan Devecioglu sowie die deutsche Blockflötenvirtuosin Dorothee Oberlinger und das von ihr gegründete Ensemble 1700.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Alles misslingt nach Plan Die Paradoxien des Robert K. Merton Gestaltung: Michael Reitz Der US-Soziologe Robert K. Merton (1910-2003) gilt als einer der originellsten Denker der jüngsten Zeit. Er ist für eine ganze Reihe von Begriffsschöpfungen verantwortlich, die nicht nur in der modernen Soziologie und Psychologie eine Rolle spielen, sondern sich auch in unseren Alltagserfahrungen widerspiegeln. So z.B. die "Verschlimmbesserung": eine amtliche Maßnahme funktioniert zunächst sehr gut, verschärft die Misere aber nur gegen die sie ergriffen wurde. Oder "sich selbst erfüllende Prophezeiungen": in der Corona-Krise wurden manche Lebensmittel knapp, weil angeblich Lieferengpässe drohten. Obwohl die Arbeiten Robert K. Merton für viele Disziplinen wichtig waren, ist er heute fast vollständig vergessen. Am bekanntesten wurde der auf ihn zurückgehende sogenannte "Matthäuseffekt", sowie seine Unterscheidung von echten und unechten Wissenschaften. Merton war einer der ersten, der sich Gegenmaßnahmen zu Fake News ausdachte. In seinem bekanntesten Buch "Auf den Schultern von Riesen - Ein Leitfaden durch das Labyrinth der Gelehrsamkeit" stellt er mit beißendem Spott Selbstverständlichkeiten in Wissenschaft und Gesellschaft in Frage. Ein Salzburger Nachtstudio von Michael Reitz

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Grundeinkommen für alle. Weltfremde Utopie oder sozialpolitische Notwendigkeit? (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Das ABC der Speisepflanzen. O wie Olive, P wie Paprika, Q wie Quinoa, R wie Reis (3). Gestaltung: Nikolaus Scholz, Renate Pliem, Ilse Huber, Kim Shirin Cupal Klassik so white. Rassismus und fehlende Diversität in der E-Musik (3). Gestaltung: Dalia Ahmed, Helene Breisach

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Rainer Elstner

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten