Webradio und Livestream

Spezialtipp

Die Staatsräte

Bild: SWR/Alexander Kluge

Samstag, 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Ohne Limit

Die Staatsräte

V.li.: Patrick Güldenberg als Gustaf Gründgens, Jens Wawrczeck als Wilhelm Furtwängler, Werner Wölbern als Carl Schmitt und Christian Redl als Ferdinand Sauerbruch

Tagestipp

Heute, 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Kunst - geknebelt von der Macht Eine Lange Nacht über Dmitrij Schostakowitsch Von Barbara Giese Regie: Sabine Fringes 1906 geboren, war der junge Schostakowitsch Zeitzeuge der Oktoberrevolution und glaubte, wie die russische Avantgarde auch, an die Ideen, mit denen das rückständige Zarenreich abgelöst werden sollte. Als dieser Enthusiasmus von den Machthabern ausgenutzt wurde, ging Schostakowitsch in die innere Emigration und komponierte Musik, die doppeldeutig zu verstehen ist. Viele seiner Werke reagierten auf Ereignisse in seinem Land. So entstanden die Symphonie Nr. 2 als Auftragswerk zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution, aber auch Jazzmusiken, als westliche Musik in der Sowjetunion verpönt war. Schostakowitsch schrieb Ballette über Industriespionage und dem Besuch der sowjetischen Fußballmannschaft im Ausland. Die 7. Symphonie entstand während der Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg. Beide Opern, sowohl "Die Nase" als auch "Lady Macbeth", waren aus unterschiedlichen Gründen bei Kulturbehörden und Parteigremien umstritten und durften lange Zeit nicht aufgeführt werden. Dmitri Schostakowitsch (1906- 1975) gab Interviews, die der Partei nach dem Mund redeten, aber auch gegenteilig ausgelegt werden konnten. Er erlebte Willkür, Verbannung und Ermordungen in seinem persönlichen Umfeld. Zwischen Ruhm und Ablehnung war er innerlich zerrissen. Von schweren Krankheiten gezeichnet, beschäftigte er sich in seinen letzten Jahren mit dem Thema Tod, ganz im Gegensatz zur Obrigkeit, die positives Denken und Erbauliches propagierte.

Konzerttipp

Heute, 17:05 Uhr BR-Heimat

BR Heimat - Blasmusik-Konzert

"Que sera, sera ..." Von Orakeln und Weissagungen Mit Karlheinz Brand Schon in der Antike waren Vorhersagen ein beliebtes Hilfsmittel, wenn es darum ging, wichtige Entscheidungen zu treffen. Politische Angelegenheiten, militärische Fragen oder Hochzeiten - zu den unterschiedlichsten Anlässen wurde versucht, den Willen der Götter oder die Launen des Schicksals zu erkunden. Auch in unserer Zeit ist das Interesse an der Zukunft groß. Es wird gependelt, Horoskope werden erstellt, Karten gelegt. Und Bücher, in denen die vage formulierten Prophezeiungen von Nostradamus aus dem 16. Jahrhundert sehr fantasievoll gedeutet werden, finden nach wie vor begeisterte Leser. Einen Blick in die Zukunft zu werfen, das versuchen im Blasmusik-Konzert das Nordbayerische Jugendblasorchester, die Stadtkapelle Bozen, das Euregio Blasorchester Via Salina, die Posaunenklasse der Hochschule für Musik Würzburg, das Kreisorchester Lichtenfels und andere *** Hier präsentiert sich die bayerische Blasmusikszene zwischen Open-Air-Bühne und Konzertsaal, zwischen Promenadenkonzert und großer Symphonik. Hier werden Orchester, Dirigenten, Solisten und Komponisten porträtiert, Ereignisse beleuchtet und interessante Konzertprogramme noch einmal "neu" aufgelegt.

Hörspieltipp

Heute, 20:00 Uhr Alex Berlin

Tinnitus

Hörspielexpertin Natalie Gorris wirft Blicke hinter die Kulissen, interviewt Hörspieler und stellt ihre Werke vor - Blicke über den Tellerrand inklusive.

Featuretipp

Heute, 08:05 Uhr BR-Heimat

Bayerisches Feuilleton

Ein Bayer in New York Oskar Maria Graf als US-Bürger Von Bernhard Setzwein Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr, Bayern 2 . Oskar Maria Graf war einer der Autoren, die am frühesten erkannten, was mit der Nazibarbarei auf Deutschland zukommen würde. Deshalb flüchtete er unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 aus seiner bayerischen Heimat und landete - nach Zwischenstationen in Wien und Brünn - schließlich im amerikanischen Exil. Eine winzige Wohnung in einem Mietsblock in Nord-Manhattan wurde das letzte Domizil. Bis zu seinem Tod vor genau 50 Jahren lebte er in New York. Zahlreich sind die Anekdoten über seine mangelnde Integrationsbereitschaft. Nicht nur, dass er einen bayerischen Stammtisch in der Gaststätte "Alt-Heidelberg" unterhielt, er unternahm auch kaum Anstrengungen, das amerikanische Englisch zu erlernen. Allein noch beheimatet in seiner Sprache, einem bairisch gefärbten Schriftdeutsch, schrieb er auch im Exil noch bedeutende Werke, allen voran sein großes Bekenntnisbuch "Das Leben meiner Mutter". Bis Graf die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, dauerte es lange. Eher traute er sich allerdings nicht, das alte Europa noch einmal zu besuchen ... er hatte Angst, man würde ihn, den Gefühlssozialisten, in das von einer Kommunistenhatz geprägte Amerika nicht mehr zurücklassen. Die wenigen Besuche, die er Bayern noch abstattete, waren nie ganz konfliktfrei. Sein Beharren darauf, in bayerischer Landestracht bei einer Lesung im Münchner Cuvilliestheater aufzutreten, provozierte einen regelrechten Lederhosen-Skandal. Mitterweile ist Graf längst heimgeholt. Er gilt als einer der wichtigsten bayerischen Autoren. Seine sterblichen Reste liegen in München-Bogenhausen, seinen Nachlass sowie den New Yorker Schreibtisch verwahrt das Literaturarchiv Monacensia. Für sein Feature, in dem Oskar Maria Graf selbst zu hören ist, hat der bayerische Schriftsteller Bernhard Setzwein unter anderem mit Dr. Elisabeth Tworek, ehemalige Leiterin der Monacensia, gesprochen, wie auch mit Professor Waldemar Fromm, dem Vorsitzenden der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft. BR 2017

Podcast

Hörspiel-Download

SWR 2

Hanna Hartman: Fog Factory

In "Fog Factory" erzählt Hanna Hartman, wie in all ihren Arbeiten der letzten Jahrzehnte, keine Geschichte. Sie fordert uns nicht auf, nach einer Bedeutung zu suchen. Sie möchte einfach, dass wir genau hinhören und die erlesenen, schwer fassbaren Details in ihrem Werk bemerken.

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