Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - "Let"s talk about Sex"

Das meist besprochene Tabu der Welt (3). Gestaltung: Christa Nebenführ Egal ob es sich um Romane, Filme, Serien, Magazine, Werbeplakate oder Social Media handelt, sexuelle Inhalte sind allgegenwärtig. Unterschwellige Botschaften sollen zum Kauf von Produkten anregen, pornographische Inhalte die Lust der Betrachtenden wecken oder steigern, und Bücher, Broschüren und Blogs Informationen liefern. Hat sich die gesellschaftliche Sicht auf Sexualität verändert? Aktuell werden in der Sexualwissenschaft vier Hauptfunktionen unterschieden: Die menschliche Sexualität dient der Fortpflanzung, sie ist ein Bindungsfaktor in Beziehungen, sie spendet Lust und sie spielt eine identitätsstiftende Rolle. Keines dieser Felder kann aus dem kulturellen Kontext herausgelöst werden. Mit der breiten Verfügbarkeit von Social Media und dem Aufbrechen des binären Codes der gegengeschlechtlichen Zweierbeziehung ist der Aspekt der sexuellen Identität in den Vordergrund gerückt. Expert/innen konstatieren einen Trend, Sexualität nicht mehr als etwas grundlegend Existenzielles und Dramatisch-Dämonisches zu begreifen, sondern als ein Element des Wohlbefindens. Hieß es bei den Großeltern der Boomer-Generation noch: "Das Gestohlene ist ja doch das Schönste", scheint die Lust am Tabubruch nicht mehr ins Gewicht zu fallen. Sex hat seine Anrüchigkeit verloren. Wie offen gestaltet sich im Licht dieses Paradigmenwechsels der persönliche Austausch über Sexualität? Welche Auswirkungen hat der Dialog? Eine sexuelle Begegnung ist im Idealfall ein Akt gelungener Kommunikation. Christa Nebenführ hat Menschen verschiedener Generationen und sexueller Orientierungen, Therapeut/innen, Buchautor/innen, Social Media User/innen und Dientleister/innen zur Kommunikation über Sex befragt und sich in Medien und Fachpublikationen kundig gemacht.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Der Kreis Mehr als nur eine Form Mandala Abbild des Universums Das Kalenderblatt 28.7.1966 Beatles-Album "Revolver" erscheint in Deutschland Von Hartmut E. Lange Der Kreis - mehr als nur eine Form Autorin: Constanze Alvarez / Regie: Martin Trauner Schauen wir uns einmal genauer um, scheint der Kreis in unserer Kultur allgegenwärtig zu sein: Goethes Faust steigt in einen Kreis, um den Zaubertrank zu sich zu nehmen, der ihm ewige Jugend und tiefe Einsicht in das Mysterium des Lebens verleihen soll. Vor tausenden von Jahren baute der Mensch Steinkreise aus gigantischen Felsbrocken, um sich darin zu versammeln, mit anderen Welten in Verbindung zu treten, aber auch um Handel zu treiben und wichtige Entscheidungen zu treffen. Im Morgenkreis beginnen kleine Kinder seit Generationen im Kindergarten ihren Tag und lernen nebenbei soziales Verhalten. Politische Abkommen werden häufig am berühmten "runden Tisch" verhandelt. Die Liste ließe sich noch lange weiterführen. Die Frage ist: Warum spielt gerade der Kreis eine so große Rolle in unserem Leben, in der Art, wie wir uns als Gemeinschaft organisieren? Mandala - Abbild des Universums Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Christiane Klenz Mandalas üben auf den Betrachter eine eigenartige Faszination aus - selbst dann, wenn er keine Informationen über die Bedeutung der Darstellung hat. Eine geheimnisvolle Harmonie kennzeichnet das oft kreisförmig aufgebaute Bild, das stets auf einen Mittelpunkt hin zentriert ist. Die bunten Farbmuster zum Ausmalen und Ausschneiden, die bei uns seit Längerem sehr beliebt sind, haben allerdings wenig mit dem fernöstlichen Original zu tun. Denn im Buddhismus sind Mandalas keineswegs freundliche Wohlfühl-Accessoires, sondern nicht weniger als ein Symbol für ein Weltensystem, das in der rituellen Praxis eine wichtige Bedeutung hat. So kann der Praktizierende ein äußeres Mandala opfern - er bekräftigt damit seine Bereitschaft, gleichsam das gesamte Universum als Gabe darzubringen, um in die buddhistischen Lehren eingeweiht zu werden. Im tibetischen Buddhismus gibt es weitere Varianten wie ein inneres oder ein geheimes Mandala. Bekannt sind auch die kunstvoll aufgebauten Sandmandalas, an denen Mönche oft tagelang arbeiten, und die dann anschließend symbolisch in einem Fluss aufgelöst werden. Erstsendung: BR 2015 Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Der optimistische Nihilist Paul Watzlawick

"Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst" (3). Gestaltung: Andreas Maurer Seine Buchtitel gleichen Werbeslogans, sein Statement "Man kann nicht nicht kommunizieren" hat bis heute Gültigkeit. Paul Watzlawick (1921-2007) war Philosoph, Psychotherapeut, Wirklichkeitsforscher, Kommunikationswissenschaftler, Visionär und Aufklärer - ein Spurenleser, ein Übersetzer der großen Fragen des Menschen und: Kärntner. Gerne reiste der Stanford-Professor zu Vorträgen in seine Geburtsstadt Villach und schwärmte im heißen Kalifornien vom heimatlichen Dobratsch. Wer also war Paul Watzlawick als Mensch? Wofür steht sein Werk noch heute? Andreas Maurer ist anlässlich seines 100. Geburtstags diesen beiden Fragen nachgegangen. Herausgekommen ist dabei ein Porträt über einen "blauäugigen Gentlemen", dessen Wurzeln in Italien und Böhmen liegen, der die Kriegszeit in Europa hautnah miterlebte, in Bombay und El Salvador arbeitete und in Kalifornien Weltkarriere machte. Soviel sei aber schon jetzt verraten: Paul Watzlawick war ein Pop-Philosoph, ein optimistischer Nihilist, der das 2. Klavierkonzert von Rachmaninow liebte und der schließlich erkannt hat, dass "die Sinnlosigkeit der Suche nach endgültigen Lösungen sich dann sogar als höchst sinnvoll erweist, nämlich als Irrweg, der beschritten werden muss, um sich als Irrweg zu erweisen und so den Weg freizugeben für das Ergebnis der zeitlosen Fülle des gegenwärtigen Augenblicks." (P. Watzlawick: "Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen"; 1986)

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Nobody"s perfect

Wie mit Scheitern umgehen? (3). Gestaltung: Judith Jandl, Studentin der Popularmusik, von der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in Zusammenarbeit mit Hans Groiss Perfektion ist ein Ziel, das Menschen motivieren kann. Andererseits entspricht Perfektion kaum der Natur des Menschen und der Welt, daher ist sie in der realen Welt absurd, in der Kunst subjektiv, aber auf jeden Fall fesselt sie zur Kreativität. Im Konzert oder bei Performances steht die Unterhaltung des Publikums im Vordergrund. MusikerInnen müssen richtig spielen und dabei Emotionen zeigen - dabei darf kein Fehler passieren, glauben die Künstler auf der Bühne. Das Publikum ist weniger streng, wenn die Aufführung nicht 100%ig perfekt war. Viel eher geht es um überspringende Leidenschaft. Bei einer Komposition stehen die Meinungen von musikaffinen Menschen im Mittelpunkt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, deshalb gibt es keine "perfekte" Komposition. Es gibt aber Kompositionen die gewisse Parameter oder Regeln perfekt erfüllen, das heißt aber nicht, dass sie auch jedem und jeder gefallen. Nicht immer, aber oft ist Perfektionismus etwas Übertriebenes. Manchmal motiviert eine solche "Superaufgabe" nach dem Prinzip: "Wenn du auf den Mond willst, ziele auf entfernte Sterne". In der Praxis nimmt Perfektion jedoch oft zu viel Zeit und Energie in Anspruch - und macht das künstlerische Schaffen einseitig. Ob jemand Konzertmeister bei den Wiener Philharmonikern ist oder ein Kind die Großeltern beim Klassenabend in der örtlichen Musikschule begeistern will, macht wohl einen Unterschied. Musikproduktion lebt auch vom Perfektionismus. Die Digitalisierung hat zu einer Sucht nach sterilem Klang geführt - wir hören sofort, wenn etwas ungenau gesungen und nicht digital nachgebessert wurde. Unsere Ohren wurden umerzogen. Aber auch Scheitern ist essenziell beim Lernen. Musiker/innen ist Frust nicht fremd: Vor der Kür kommt die Pflicht, ist das Motto. Wird dieses Streben nach Erfolg und Erfüllung zum selbstauferlegten Stress oder kommt der eigentliche Druck erst dann, wenn sich KünstlerInnen mit anderen vergleichen? Wettbewerbe, Social Media und Homestudio machen das Musikerleben nicht leichter. Wie viele Mozarts und Rolling Stones vegetieren glücklich in ihren Kellerstudios? Welcher absolute Superstar ist nicht auf irgendeine Art und Weise schon gescheitert? Das Streben nach absoluter Perfektion in der Musik inkl. dem Business dahinter, führt bei vielen prominenten Musikern zu psychischen Erkrankungen und selbstzerstörerischem Verhalten wie Sucht oder Suizid. "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker" ist ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche. Für den Prozess des Scheiterns bedeutet das: solange kein irreparabler Schaden entstanden ist, kann gestärkt aus einer Krise herausgegangen werden. Studierende der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fragen gemeinsam mit Radiojournalist Hans Groiss bei Perfektionist/innen nach, überdenken mit Philosoph/innen, analysieren mit Gescheiterten und suchen Lösungsansätze mit Psycholog/innen.

Mittwoch 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Die französische Atlantikküste mit dem Fahrrad

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Der Traum vom Weltfrieden Der chinesische Utopist Kang Youwei Utopien der Freiheit Tu, was du willst!? Das Kalenderblatt 28.7.1966 Beatles-Album "Revolver" erscheint in Deutschland Von Hartmut E. Lange Der Traum vom Weltfrieden - der chinesische Utopist Kang Youwei Autor: Thomas Grasberger / Regie: Sabine Kienhöfer Wer von Aufklärung spricht, denkt meist an europäische Philosophen. Der Name Kang Youwei taucht hingegen nur selten auf, zumindest im Westen. Dabei zählt dieser Denker zu den großen intellektuellen Gestalten der jüngeren chinesischen Geistesgeschichte. Kang widmete sich nicht nur der Reform des Konfuzianismus, sondern verfasste zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Utopie von der "großen Gemeinschaft". Einen Weg zum Weltfrieden wollte er damit weisen, Schritt für Schritt, wie in einer Art Gebrauchsanweisung. Wie können die Grenzen von Nationen, Rassen, Geschlechtern und Hierarchien überwunden werden? Kangs Fernziel ist zweifelsohne ambitioniert: eine Weltgemeinschaft in Frieden, ohne Staatsgrenzen und ohne Rüstung, mit gleichen Rechten für alle, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, egal ob Mann oder Frau, ob hetero- oder homosexuell. Und ökologisches Denken war Kang Youwei, der gelegentlich als der "Martin Luther Chinas" bezeichnet wird, ebenfalls nicht fremd. Er war Vegetarier. Utopien der Freiheit: Tu, was du willst!? Autor: Rolf Cantzen / Regie: Irene Schuck "Die Natur hat weder Knecht noch Herrn geschaffen." Oder: "Tu, was du willst!" - Auf dieser Basis illustrieren freiheitliche Autoren ihre Utopien. Keine Ausbeutung, freie Sexualität, Gleichheit der Geschlechter, keine Chefs, keine Priester, kein Staat - diese und andere Grundsätze kennzeichnet eine Tradition von Utopien, die sich deutlich von autoritären Staatsutopien absetzen. Freiheitsutopien kennen keine starren Regelungen und Gesetze. Wenige Grundsätze und Ideale regeln das Zusammenleben und immer besteht die Möglichkeit für den Einzelnen, sich der Gemeinschaft zu entziehen. Im Mittelpunkt steht die Freiheit des Einzelnen, nicht das übergeordnete Wohl der Gemeinschaft. Bereits in der Renaissance und in der Aufklärung beginnt diese wenig beachtete Utopietradition. Im 19. Jahrhundert entsteht im Umfeld des Anarchismus die Utopie "Kunde von Nirgendwo" von William Morris. Hier wird eine ökologische und kommunistische Gesellschaft entworfen, in der sich der Einzelne frei entfalten kann. Im 20. Jahrhundert setzt sich diese Traditionslinie fort - zum Beispiel in Ursula Le Guins Roman "Planet der Habenichtse". Hier wird keine perfekte Welt geschildert, aber eine Welt, in der die Menschen sich ihre Freiheit bewahrt haben. Erstsendung: BR 2017 Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Übertherapie am Lebensende - Über den Umgang mit Sterbenskranken das ARD radiofeature Von Martina Keller (Produktion: WDR 2019) Viele Sterbenskranke werden falsch versorgt. Ärzt*innen behandeln Patient*innen noch kurz vor ihrem Tod mit aggressiven Therapien, die ihnen mehr schaden als nützen. Die Ursachen der Überversorgung von Menschen am Lebensende sind komplex: Manche Ärzte und Ärztinnen fühlen sich Gesprächen über das Lebensende nicht gewachsen. Andere lassen sich durch falsche finanzielle Anreize zu zweifelhaften Therapien verleiten. Bei all dem bekommen Patientenverfügungen nicht immer die Beachtung, die ihre Verfasser*innen sich wünschen.

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Diese Erfahrungen möchte ich nicht entbehren" Die Welt der Brigaden in der DDR Von Ulrike Sebert

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

"Let"s talk about Sex". Das meist besprochene Tabu der Welt (3). Gestaltung: Christa Nebenführ Der optimistische Nihilist Paul Watzlawick. "Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst"(3). Gestaltung: Andreas Maurer Nobody"s perfect. Wie mit Scheitern umgehen? (3). Gestaltung: Gestaltung: Hans Groiß und Studierende

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