Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Reihe: Exodus in Mittelamerika El Salvador - Reiche Familiendynastien, gewalttätige Jugendbanden Von Markus Plate und Alfredo Carías In El Salvador sind wenige Familien, darunter zahlreiche libanesische Einwandererfamilien, auf dubiose Weise steinreich geworden, während die Mehrheit im Land nicht weiß, wie sie ihre Familien ernähren soll. Aber die Menschen leiden nicht nur unter Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Versorgung, sondern auch unter den sogenannten Maras, gewalttätigen, straff organisierten Jugendbanden, die morden und Schutzgelder erpressen. Nayib Bukele, dem derzeitigen Präsidenten libanesischer Abstammung, ist es in kürzester Zeit gelungen die Mordrate deutlich zu senken. Politische Beobachter vermuten dahinter geheime Absprachen zwischen Regierung und Gangs. Bukele regiert mit harter Hand und sperrt alle weg, die ihm im Weg sind. Zu Beginn der Corona-Pandemie verhängte er eine rigide Ausgangssperre und ließ alle, die sich nicht daran hielten, in Auffanglager bringen. Markus Plate und Alfredo Carías über die widersprüchliche aktuelle Politik und deren Auswirkungen auf Lebenssituation der Menschen in El Salvador.

Mittwoch 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Tandem

Verbraucherschutz mit Humor - Der Tübinger Kabarettist Philipp Weber Moderation: Viktoria Merkulova Redaktion: Ellinor Krogmann "KI - Künstliche Idioten" heißt das neueste Programm von Philipp Weber. Der studierte Chemiker und Biologe stellt fest: Der Mensch rast in die Zukunft, doch anstatt nach vorne zu blicken, starren alle auf ihr Smartphone. In früheren Programmen wie "Futter - streng verdaulich" oder "Durst - Warten auf Merlot" hat er den Verbraucherschutz in eine humoristische Kunstform verwandelt. Und nebenbei Bücher übers Essen geschrieben. Da er neben den oben genannten auch noch viele andere Fächer studiert (und abgebrochen) hat, ist er der Überzeugung, dass er bei allem mitreden kann. Für seine Selbstironie und Scharfzüngigkeit hat er so gut wie alle maßgeblichen Kabarettpreise des Landes gewonnen. (SWR 2020)

Mittwoch 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Haie vor Wien Was fossile Riffe erzählen Von Ulrike Schmitzer "Österreich ist ein riesiges Riffland", sagt Mathias Harzhauser vom Naturhistorischen Museum Wien. Vor 200 Millionen Jahren entstand in unserer Gegend ein riesiger Ozean, die Tethys. "Man wäre in Salzburg ins Boot eingestiegen, Richtung Indien gefahren und ständig in einem tropischen Riffparadies gewesen". Diese Riffphase aus der Trias Zeit hat viele Millionen Jahre gedauert und man findet die fossilen Riffe zum Beispiel heute noch in den Steinbrüchen bei Adnet. Vor 15 Millionen Jahren lebten auch Haie und Rochen in einem subtropischen Meer vor Wien, der Paratethys. Das Wiener Becken ist zum Bersten voll von Fossilien. Das größte fossile Austernriff der Welt ist in der Fossilienwelt in Stetten bei Korneuburg zu besichtigen. Was kann man von diesen fossilen Riffen lernen?

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Kinderkur mit Langzeitfolgen Verschickungsheime in Westdeutschland Von Hilke Lorenz Für viele Kinder musste es verlockend klingen: sechs Wochen Erholung am Meer oder in den Bergen. Die Realität aber sah anders aus. Acht Millionen Kinder wurden von den 50er- bis weit in die 80er-Jahre hinein in sogenannte Kinderkurheime zur Erholung verschickt - oft ohne medizinische Indikation, um die Auslastung der Heime sicherzustellen. Die Kinder waren dort einem System ausgesetzt, das von ihnen Gehorsam einforderte und auf ihre seelischen Bedürfnisse wenig Rücksicht nahm. Gegen Heimweh gab es oft Medikamente. Sie wurden zum Essen gezwungen, um zuzunehmen. Elternbesuche waren verboten und die Briefe der Kinder nach Hause wurden zensiert. Die Geschichte der Verschickungskinder ist ein immer noch wenig bekanntes, nicht erzähltes Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.

Mittwoch 20:00 Uhr Bremen Zwei

ARD-Radiofestival: Konzert: Club100 - Konzertprojekt in Pandemie-Zeiten

Die Streaming-Konzerte des Club100 brachten verschiedene Gewerke der Kulturbranche in Lohn und Brot, Musikerinnen und Musiker konnten ihr aktuelles Schaffen in erstklassiger Form präsentieren. Mit dabei waren Newcomer, aber auch bekannte Größen wie Catt, Botticelli Baby, Dota und Thees Uhlmann.

Mittwoch 20:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Rettet das Geld Von Inga Helfrich Mit Wiebke Puls und Edmund Telgenkämper Komposition: Rosalie Eberle Realisation: Inga Helfrich BR 2015 Zwei bewaffnete Bankräuber mit Sturzhelmen. Eine Maschinenpistole und ein Revolver. 18 Geiseln. 5.000 Zuschauer. Lösegeldforderung: 2 Millionen DM. Live-Übertragung im Fernsehen. Catering vom besten Feinkostgeschäft der Stadt. Pfiffe für den Ministerpräsidenten. Hobby-Jäger als Scharfschützen der Polizei. Was klingt wie die Zutaten für eine groteske Kriminalkomödie, war am Mittwoch, den 4. August 1971 grausame Realität. Zwei bewaffnete Männer überfallen die Filiale der Deutschen Bank in der Münchner Prinzregentenstraße und verüben den ersten bewaffneten Banküberfall mit Geiselnahme in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Auf ihre Forderungen lässt sich die Kriminalpolizei nur zum Schein ein. Beim Sturmangriff der Polizei sterben eine Geisel und ein Geiselnehmer. Die Tasche mit den zwei Millionen wird noch während der Schießerei sichergestellt. In den Medien wird sowohl in einem bis dahin einzigartigen Spektakel live über das Geschehen berichtet, als auch anschließend die Geschichte bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet. Das Hörspiel Rettet das Geld basiert auf dokumentarischem Material und den Befragungen von Beteiligten. Aus ihren teils lakonischen, teils emotionalen Erinnerungen wird eine Erzählung über die Macht und Erotik des Geldes. Zugleich entsteht ein Porträt der Stadt München in den siebziger Jahren. Inga Helfrich, geb. 1966 in Riga, Lettland, Regisseurin, Autorin, Schauspielcoach. Weiteres BR-Hörspiel Ich Wir Ihr Sie (2013, Hörspiel des Monats September).

Mittwoch 21:00 Uhr Ö1

Salzburger Nachtstudio

Soziales und ästhetisches Tokyo Japanische Impressionen im Olympiajahr 2021 Gestaltung: Nikolaus Halmer Vielfach werden die Olympischen Spiele als wichtige Veranstaltung gesehen, in der sich das Gemeinsame von Menschen manifestiert. Speziell in der Zeit der Corona-Pandemie sollen friedliche Wettkämpfe die Hoffnung vermitteln, dass es sich bei dem aktuellen Ausnahmezustand um ein temporäres Ereignis handelt. Die Organisatoren haben enorme Anstrengungen unternommen, um eine optimale Realisierung der Olympischen Spiele zu gewährleisten. Das betrifft nicht nur die Infrastruktur von Tokyo, sondern spiegelt sich in einer umfassenden Werbeoffensive wider, die in der japanischen Öffentlichkeit eine positive Stimmung hervorrufen soll. Anlässlich der Olympischen Spiele ist es angebracht, einige Facetten der reichhaltigen Kultur, Literatur und Philosophie Japans zu beleuchten, die häufig als mysteriös, unzugänglich und unnahbar eingestuft wird. Dieses Vorurteil soll durch Porträts von Schriftstellern wie Öe Kenzaburo, Abe Köbö, Inoue Yasushi, Dazai Osamu, Söseki Natsume oder von Philosophen wie Watsuji Tetsurö und Nishida Kitarö behoben werden. Charakteristisch für diese Autoren ist ihre Opposition gegenüber der Normativität des japanischen Gesellschaftsmodells, die mit dem Ausschluss von Nicht-Leistungsfähigen/willigen einhergeht. Sie verstehen sich als engagierte Intellektuelle; sie kritisieren in ihren Werken das hemmungslose Streben nach Profit, die Ausbreitung nationalistischer und rassistischer Ideologien und verteidigen das Recht der Individuen auf eine selbst bestimmte Lebensführung. Thematisiert werden auch Facetten der japanischen Kultur, die sich auf ästhetische Phänomene wie Haikus, Kalligraphie, Gärten oder Teezeremonien beziehen. Sie zeichnen sich durch die Eleganz der Einfachheit aus: "Nur eine einfache Hütte an der Küste/Im Halbdunkel der herbstlichen/Abenddämmerung". Ein Salzburger Nachtstudio von Nikolaus Halmer

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy & schräge Lieder Salzburger Stier 2021 Die Schweizer Preisträgerin Lara Stoll Aufzeichnung vom 26.6.2021 aus dem Tollhaus, Karlsruhe Lara Stoll ist die Schweizer Preisträgerin des Salzburger Stier 2021. Mit ihren gerne lauten und anarchischen Bühnenshows gilt sie in der Schweiz als "Punkerin der Poetry-Slam-Szene". "Ihre Texte sind oft ein einziges, kunstvoll gebautes Crescendo. Doch dann, plötzlich und unerwartet, zeigt die Exzentrikerin ihre Zerbrechlichkeit", heißt es in der Begründung der Jury des internationalen Radio-Kabarettpreises. "Diese spannungsvolle Mischung macht die junge Ostschweizerin zu einer unverwechselbaren Figur auf den deutschsprachigen Bühnen." Der Salzburger Stier wird jährlich von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol vergeben, in diesem Jahr im Karlsruher Tollhaus.

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

wing.suit Von Lisa Sommerfeldt Regie: Matthias Kapohl Mit: Lou Strenger, Nikolaus Bender, Maike Jüttendonk, Justus Maier, Fiona Metscher, Flora Berg, Juri Schremmer Komposition: Sicker Man Ton und Technik: Gertrud Glosemeyer, Jeanette Wirtz-Fabian Produktion: WDR 2020 Länge: 53"20 Marie und Florian, verheiratet, zwei Kinder, wohlsituiert, geben nach außen hin ein wunderbares Paar ab. Aber beide sind in ihren festgefahrenen Rollen nicht glücklich. Als Marie erkrankt, bricht die fragile Konstruktion ihrer Beziehung zusammen. Es gab bessere Zeiten. Schon lange besteht ihr Zusammenleben vor allem aus einem Labyrinth von Missverständnissen, Schuldzuweisungen und hohen Erwartungen. Marie beklagt ihre Hausfrauenrolle, Florian lebt seine Karriere als erfolgreicher Anwalt aus, hat sich das Familienleben aber auch ganz anders vorgestellt. Wirklich nah fühlt er sich seiner Familie nur beim Basejumping mit dem Wingsuit. Er beginnt eine Affäre mit der labilen Lena und verspricht, seine Frau zu verlassen. Doch dann erkrankt Marie schwer, eine Trennung kommt kaum mehr in Frage. Die Figuren befinden sich im freien Fall. Auf der Suche nach einem Lebensentwurf, der allen gerecht wird, scheinen sie zwischen ausschließlich falschen Optionen gefangen. Lisa Sommerfeldt, geboren 1976 in München, Autorin, Schauspielerin. Nach Engagements an Theatern Film- und Fernsehrollen, Rundfunksprecherin. Schreibt Theaterstücke (u.a. "Der Augenblick", "Cinderella Paraphrase") und Hörspiele ("Dorfdisco", WDR 2018). 2017 Stipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur im Künstlerhaus Edenkoben, 2020 Arbeitsstipendium des Landes NRW. 2021 wurde ihr Theaterstück "Mädchen mit Hutschachtel" an der Badischen Landesbühne uraufgeführt. wing.suit

Mittwoch 22:30 Uhr NDR kultur

ARD Radiofestival 2021 - Gespräch

Der Pfarrer Samuel Schelle, befragt von Andrea Seeger Samuel Schelle ist evangelischer Pfarrer auf der Schwäbischen Alb. Und er ist Transmann. Geboren wurde er als Susanne Schelle in eine katholische Familie, mit 18 Jahren konvertierte sie zum evangelischen Glauben, studierte Theologie, wurde Gemeindepfarrerin. Sie fühlte sich wohl als Theologin, nur die private Person war unglücklich. Mit Hilfe einer Therapeutin wurde Susanne Schelle klar: Sie steckte im falschen - weiblichen - Körper. Mit 36 Jahren machte sie eine Geschlechtsangleichung. Heute ist Samuel Schelle ein zufriedener Mensch, innerlich wie äußerlich mit sich und der Welt im Reinen. ARD Radiofestival 2021 - Gespräch

Mittwoch 23:30 Uhr HR2

Jazz | 16. Festival "Women In Jazz" in Halle, Mai 2021

Stark als Stream: Das Festival "Women In Jazz" Überall in Deutschland liegt die Festivalbranche brach. Auch Ulf Herden brauchte viel Kreativität. Auf welchen Umwegen kam es nun zum 16. Festival Women in Jazz?

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